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20.10.2005 

Nach Veröffentlichung des Übernahmeangebots Ende August hatte Tui die wachsende Bedeutung der Schifffahrt für den Konzern betont. Die Übernahme von CP Ships verbessere die Chancen, sich in der konsolidierenden Branche zu behaupten, sagte Hapag-Lloyd-Chef Michael Behrendt. Die Reedereien profitieren vom wachsenden Welthandel und davon, dass der China-Boom die Frachtraten in die Höhe getrieben hat. Zwar erwarten Experten für 2006 sinkende Raten: Hapag-Lloyd sei aber „sehr gut aufgestellt“ und könne zyklische Schwächen gut abfedern, sagte Berater Schneiderbauer.

Seit Jahren spielen die Hamburger in den Bilanzen der Tui die Rolle des Ausputzers: 2004 fuhr die Tochter fast die Hälfte der Tui-Gewinne ein – bei nur knapp 20 Prozent Anteil am Konzernumsatz. Zwar wird die Integration von CP Ships zunächst Kosten von rund 100 Mill. Euro verschlingen. Spätestens 2007 soll der Zukauf aber das Tui-Konzernergebnis verbessern: „Mit der erfolgreichen Akquisition von CP Ships bauen wir unsere Schifffahrt zum Global Player aus und stellen den Konzern auf eine zweite ertragreiche Säule“, sagte Frenzel.

Der Finanzmarkt teilt den Optimismus nicht: Bis zum Bekanntwerden der Übernahmeabsichten notierte die Tui-Aktie noch bei knapp 22 Euro. Dann ging sie wieder auf Talfahrt und sackte gestern in einem schwachen Gesamtmarkt auf 16,44 Euro ab. Vor fünf Jahren war die einstige Preussag-Aktie zeitweise mehr als 50 Euro wert. Analysten begründen den neuerlichen Kursrutsch mit der im Zuge des CP-Kaufs durchgeführten Kapitalaufstockung um rund eine Mrd. Euro. Zudem steige die Verschuldung des Konzerns weiter, die aus der teuren Einkaufstour quer durch Europas Reisebranche stammt. Im Verlauf der Angebotsfrist haben einige Analysten aber auch den Daumen gehoben – mit Blick auf die Perspektiven in der Schifffahrt und die wachsende Unabhängigkeit vom krisenanfälligen Tourismusgeschäft.

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