Tui flirtet mit First Choice Holidays
Touristikbranche steht vor Riesenfusion

In der europäischen Reisebranche zeichnet eine weitere große Fusion ab. Der deutsche Tui-Konzern will offenbar weite Teile seiner Touristiksparte mit dem britischen Konkurrenten First Choice zusammenlegen. Damit könnte auch die angeschlagene Tui-Führung wieder Oberwasser gewinnen.

HB HANNOVER. Tui bestätigte am Sonntag lediglich das im Laufe des Nachmittags geplante Treffen des Aufsichtsrates. Zu den Inhalten gebe es vorerst keine Angaben, sagte ein Sprecher. „Wir kommentieren die Medienberichte nicht“, fügte er hinzu.

Die französische Zeitung "La Tribune“ hatte zuvor berichtet, Tui wolle bei einer Aufsichtsratssitzung im Laufe des Tages grünes Licht für den Zusammenschluss geben. First Choice war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

An dem neuen deutsch-britischen Reisekonzern solle Tui den Plänen zufolge die Mehrheit halten, First Choice die Minderheit, sagte eine mit dem Vorhaben vertraute Person. Der Unternehmenschef von First Choice, Peter Long, werde das fusionierte Unternehmen mit einem Jahresumsatz von etwa 18 Milliarden Euro führen, schrieb "La Tribune". Tui-Vorstandsvorsitzender Michael Frenzel solle als Chairman an die Spitze des gemeinsamen Führungsgremiums aus Aufsichtsrat und Vorstand rücken. Vermutlich werde das neue Unternehmen als britische Aktiengesellschaft (Plc) wie bisher First Choice unter einem neuen Namen an der Londoner Börse notiert.

Der Tui-Konzern besteht aber wohl weiterhin aus zwei Sparten. Die Schifffahrt solle zu 100 Prozent im Besitz des Konzerns bleiben und nicht mit in den Zusammenschluss eingebracht werden, hieß es. Aus der Touristik sollen zudem die Hotelbeteiligungen wohl nicht in die neue deutsch-britische Reisetochter eingebracht werden.

Tui würde mit dem Zusammenschluss insbesondere auch auf die gerade erst beschlossene Fusion des zum Karstadt-Quelle-Konzern gehörenden deutschen Konkurrenten Thomas Cook mit dem britischen Reiseanbieter My Travel reagieren. Darüber hinaus könnte sich Tui zusätzliches Wachstumspotenzial im Geschäft mit Spezialreisen erschließen, in dem die Briten besonders stark sind.

Die seit Jahren bei ihren Aktionären wegen schwacher Gewinne unter Druck stehende Tui-Führung könnte damit versuchen, bei den Investoren wieder zu punkten, zumal das Unternehmen am Mittwoch dieser Woche für 2006 infolge hoher Abschreibungen und Verlusten in der Schifffahrt tiefrote Zahlen präsentieren. Der Nettoverlust könnte an die Milliarden-Euro-Marke heranreichen.

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