Tui-Reederei
NOL und Hamburger Gruppe in engerer Wahl für Hapag-Lloyd

Im Rennen um die zum Verkauf stehende Tui-Reederei Hapag-Lloyd haben es zwei Bieter in die engere Wahl geschafft. Neptune Orient Lines (NOL) aus Singapur und ein Hamburger Bieterkonsortium bestätigten am Freitag, dass sie in der zweiten Bieterrunde sind und nun vertrauliche Daten des Hamburger Traditionskonzerns prüfen dürfen.

rtr HAMBURG/SINGAPUR. "Wenn wir mit unserem Gebot erfolgreich sein sollten, würden wir unser Container-Frachtgeschäft APL mit Hapag-Lloyd fusionieren. Daraus würde die drittgrößte Container-Reederei der Welt hervorgehen", teilte NOL am Freitag mit. Branchenexperten warnten allerdings davor, dass sich NOL mit dem Kauf übernehmen könnte, die UBS stufte die Aktie des Unternehmens herab. "Wir sind diese Übernahme mit großer Vorsicht angegangen", sagte hingegen NOL-Chef Ron Widdows der Nachrichtenagentur Reuters. Die Übernahme der US-Reederei APL 1997 sei wesentlich riskanter gewesen. "Man würde so etwas nicht tun, wenn man nicht absolut sicher wäre, dass das Risiko nicht zu hoch ist", sagte er zur der angestrebten Hapag-Übernahme.

Die weltweit siebtgrößte Reederei APL hat einen Marktanteil von 3,6 Prozent und ist damit etwas kleiner als die auf Platz fünf rangierende Hapag-Lloyd. Tui hatte die Traditionsreederei auf Druck der Anteilseigner zum Verkauf gestellt. Kreisen zufolge will der in Hannover ansässige Konzern Hapag-Lloyd aber nur abgeben, wenn er mehr als vier Mrd. Euro bekommt. Am Markt zirkulierten Gerüchte, die Gebote lägen nur bei 3,1 und 3,4 Mrd. Euro. "Zu diesem Zeitpunkt ist es zu früh, sich über die Zahlen Gedanken zu machen, da nicht klar ist, ob das Unternehmen überhaupt verkauft wird", sagte Widdows. Tui-Chef Michael Frenzel hatte wiederholt darauf hingewiesen, die Reederei nicht für zu wenig Geld abgeben zu wollen.

NOL und das Hamburger Konsortium hatten ihr Interesse an Hapag vor gut zwei Wochen öffentlich gemacht. Zur Hamburger Gruppe gehören der Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne (Kühne + Nagel) und der Gesellschafter der Privatbank M.M. Warburg, Christian Olearius. Ihr Ziel ist es, die Reederei in Hamburg zu erhalten und die Arbeitsplätze zu sichern.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%