Tui-Tochter vor dem Verkauf
Hamburg macht Geld für Hapag-Lloyd locker

Hamburg will den Kauf der Reederei Hapag-Lloyd durch eine Investorengruppe aus der Stadt mit einer dreistelligen Millionensumme unterstützen. Mit der so genannten Hamburger Lösung soll der Standort Hamburg und die dortigen Arbeitsplätze erhalten werden. Hapag-Lloyd wäre nicht das erste Unternehmen, das Hamburg mittels eigenen Geldes in der Stadt halten will.

HB HANNOVER. Die genaue Höhe des Betrags hänge damit zusammen, wie viel die anderen Mitglieder des Konsortiums zu geben bereit sind, sagte Hamburgs Finanzsenator Michael Freytag (CDU) am Dienstag. "Wir sorgen für die Spitze, um ein schlagkräftiges Gebot hinzubekommen, aber gefordert sind in erster Linie die Privatinvestoren."

Zu der Bietergruppe gehört der persönlich haftende Gesellschafter der Hamburger Privatbank M.M. Warburg, Christian Olearius, und der Logistik-Unternehmer Klaus-Michael Kühne, der bis zu 25 Prozent an der Bietergesellschaft übernehmen will. Weitere Namen sind bislang nicht bekannt. Zuletzt hatte es stets geheißen, das Konsortium habe ausreichend Kapital zusammen.

Branchenexperten zufolge muss die Gruppe vier bis fünf Mrd. Euro aufbringen, um auf den Zuschlag für Hapag-Lloyd hoffen zu können. Der hannoversche Reisekonzern Tui hat seine Schifffahrtstochter auf Druck von Aktionären zum Verkauf gestellt. Unter den Angeboten, die bis zum 21. Juli vorgelegt werden müssen, will Tui eine Handvoll in die engere Auswahl nehmen. Eine endgültige Entscheidung wird noch im laufenden Jahr erwartet.

"Wir liefern Taten, nicht nur nur Worte", sagte Freytag. Die Beteiligung sei auch als Abschreckung gegenüber ausländischen Interessenten und als Motivationsspritze für Investoren gedacht, die sich an der so genannten "Hamburger Lösung" beteiligen wollen. Hamburg hat inzwischen eine Tradition als Retter von Unternehmen der Stadt mittels eigenem Geldes. So hatte sich die Stadt etwa vor einigen Jahren an Beiersdorf beteiligt, um eine Übernahme durch Procter & Gamble zu verhindern. Auch bei der Norddeutschen Affinerie war die Stadt eingestiegen, wodurch eine Übernahme der Kupferhütte schwieriger wird.

Die Stadt will mit ihrem Beitrag für die "Hamburger Lösung" zu Hapag-Lloyd helfen, den Standort Hamburg, die rund 2000 Arbeitsplätze und die Auslastung des Hafens zu sichern. "Das ist ein sehr positives Signal für unser Interesse, Hapag-Lloyd selbstständig zu erhalten", sagte Hapag-Gesamtbetriebsratschef Dieter Lübkemann. Die Belegschaft befürchtet einen massiven Stellenabbau, sollte Hapag-Lloyd etwa von einer asiatischen Reederei gekauft werden, die viele Stellen am bisherigen Konzernsitz für überflüssig erklären könnte.

Die als Favorit für die Hapag-Übernahme geltende Reederei Neptune Orient Lines aus Singapur hatte Kreisen zufolge vor Kurzem Gespräche mit Banken über einen Kredit von fünf bis sieben Mrd. Dollar aufgenommen. Damit wolle sich das Unternehmen Geld für ein Gebot für Hapag beschaffen, hatte es geheißen.

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