Turbinenhersteller
Rolls-Royce nach Triebwerksbrand in Zugzwang

Die Notlandung der Airbus A380 in Singapur nach einem Triebwerksbrand bringt den Hersteller Rolls-Royce in Erklärungsnot. Ein Experte spricht von einem „sehr schwerwiegenden Zwischenfall“. Erst kürzlich hatte es bereits Probleme mit einem anderen Triebwerk des britischen Unternehmens gegeben.
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rüd/HB DÜSSELDORF. Die Notlandung der Airbus A380 in Singapur bringt den Hersteller der Triebwerke, die britische Rolls-Royce, in Erklärungsnot. "Mit aller Vorsicht, es ist wahrscheinlich eher kein Quantas-Wartungsproblem, auch kein Airbus-Problem, sondern ein Problem des Triebwerkherstellers Rolls Royce, dessen Triebwerk versagt hat im Fluge", sagte der deutsche Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt N-TV. Der Unfall sei "ein sehr schwerwiegender Zwischenfall". Denn die Teile, die aus dem Triebwerk entwichen sind, seien auch durch den Flügel geschlagen.

Das Triebwerk der A380 der australischen Fluglinie Qantas, das nun am Donnerstag über West-Indonesien Feuer gefangen hatte, stammt ebenfalls von dem britischen Hersteller. Das "Trent 900" ist eines der größten Triebwerke in der Zivilluftfahrt, wurde extra für die A380 entwickelt und wurde als erstes für sie zugelassen. "Wir werden mit Qantas zusammenarbeiten um herauszufinden, was das Problem ist", sagte ein Rolls-Royce-Sprecher der Nachrichtenagentur Dow Jones.

Bereits am 30. August musste eine Boeing 747 von Qantas nach dem Start nach San Francisco zurückkehren, weil eine Explosion in in einem anderen Rolls-Royce-Triebwerk ein Loch in die Verkleidung gerissen hatte, wie der "Sydney Morning Herald" berichtet. Auch hierbei wurden Teile des Flügels beschädigt. Keiner der 231 Insassen wurde verletzt.

Anfang August hatte es auch bei Testflügen mit der neuen Boeing 787 "Dreamliner" einen Zwischenfall gegeben: Ein Triebwerk vom Typ "Trent 1000" war beschädigt worden. Boeing musste daraufhin den Zeitplan für die Auslieferung der ersten Maschinen erneut korrigieren.

Großbongardt sagte weiter, dass Qantas vorerst alle A380 am Boden lasse, sein ein "richtiger und guter Schritt". Das werde ein paar Tage dauern. "Das ist für die Passagiere bitter, das ist für die Fluggesellschaft bitter." Die Triebwerksdaten würden per Telemetrie zu Rolls Royce übertragen. "Ich bin sicher, da sitzt man schon und analysiert genau, was da passiert ist und wird Quantas und auch den anderen Betreibern sicherlich innerhalb der nächsten Stunden oder spätestens morgen Genaues sagen können", so der Experte.

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