TV-Hersteller: 3-D-Geschäft kommt nicht in Fahrt

TV-Hersteller
3-D-Geschäft kommt nicht in Fahrt

Eine große Hoffnung stirbt derzeit: Im vergangenen Jahr setzten TV-Hersteller verstärkt auf die neue 3-D-Technik. Doch bislang finden die Geräte nur wenige Käufer - das stürzt die Branche noch tiefer in den Preiskampf.
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Tokio, MünchenDer Flop des noch jungen Jahres kommt von Toshiba. Dabei hatten sich die Entwickler des japanischen Elektronikkonzerns viel von ihrer neuen 3-D-Technik erhofft. Doch der 20 Zoll große Fernseher, bei dem der Zuschauer ohne die sonst obligatorische Brille auskommt, ging von Dezember bis Februar nur 500-mal über die Ladentheken. Das ist noch erbärmlicher als die ohnehin zurückhaltende Planung der Manager, die mit 1000 Stück pro Monat gerechnet hatten.

Zu klein sei der Bildschirm, heißt es jetzt im Konzern. „Es gibt noch eine Menge Hürden“, sagt Masaaki Osumi, Präsident von Toshibas TV-Einheit. Gleichwohl ließ sich der Manager den Mut nicht nehmen. „Ich glaube, wenn wir keine Fehler machen, können wir diese Sachen verkaufen.“

Offiziell behauptet das bis heute die gesamte TV-Branche. Aber hinter den Kulissen ist längst Ernüchterung eingekehrt. Das Geschäft mit den dreidimensionalen Bildern kommt nicht recht in Fahrt und auch die normalen Flachbildschirme (LCD) verkaufen sich nur mäßig. Das macht den Elektronikkonzernen schwer zu schaffen, denn etwa die Hälfte vom Umsatz in der Unterhaltungselektronik stammt aus den TV-Verkäufen.

Bei Panasonic heißt es bereits, dass die Fernsehersparte bis Ende März nicht profitabel sein wird. Und auch die TV-Einheit von Sony wird wohl am 31. März, dem Ende des Geschäftsjahrs in Japan, zum siebten Mal in Folge einen Verlust ausweisen. „Wir haben die Kosten erfolgreich gedrückt, doch unsere Verkaufsziele haben wir nicht erreicht“, sagt Sony-Finanzvorstand Masaru Kato. Sony rechnet in diesem Geschäftsjahr mit 23 Millionen verkauften TV-Geräten im Gegensatz zu den ursprünglich anvisierten 25 Millionen.

Marktsättigung bei LCD
Nicht viel besser sieht es bei Philips aus. Die verlustreiche TV-Sparte ist das große Sorgenkind der Niederländer. Vor allem in den Industrieländern hielten sich die Konsumenten mit dem Kauf neuer Geräte zurück, erklärte jüngst Philips-Konzernchef Gerard Kleisterlee.

Deutschland passt da voll ins Bild: Hierzulande ist der Umsatz mit Flachbildfernsehern im vierten Quartal um sechs Prozent eingebrochen. Den Marktforschern der GfK zufolge lag das einerseits daran, dass sich die Leute ihre Geräte bereits im Frühjahr im Vorfeld der Fußball-WM gekauft hatten. Andererseits setze „eine gewisse Marktsättigung ein“. Fast zwei Drittel aller Deutschen haben bereits einen modernen Apparat zuHause.

Selbst Marktführer Samsung aus Südkorea ist das Selbstbewusstsein abhanden gekommen. Die Nachfrage für 3-D-Displays sei „relativ schwach“, auch bei den LCD stehe man vor großen Herausforderungen. Der Konzern rechnet mit einem zähen ersten Halbjahr und setzt darauf, dass die Märkte „in einer starken zweiten Jahreshälfte zurückkommen“, sagt Robert Yi, Samsungs Investor-Relations-Chef.

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