TV-Interview
Betriebsrat fristlos gekündigt

Ein Betriebsrat muss den Mund auch mal aufmachen dürfen, keine Frage. Doch spätestens vor laufender Kamera im Fernsehen darf er nicht alles. Diese Meinung vertritt der Motorenherstellers Dietz. Das Unternehmen hat einem Betriebsrat wegen seiner Äußerungen fristlos gekündigt.
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HB DETTINGEN UNTER TECK. Nach umstrittenen Äußerungen in einer Fernsehsendung ist ein Betriebsrat des Motorenherstellers Dietz in Dettingen unter Teck (Kreis Esslingen) fristlos entlassen worden. Dem Betriebsrat sei wegen "geschäftsschädigender Aussagen" gekündigt worden, sagte am Freitag der Geschäftsführer des Unternehmens, Bernd Strauß, der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Das was er gesagt hat, stimmt einfach nicht." Der Mitarbeiter hatte im Fernsehen über die wirtschaftliche Lage seines Arbeitgebers gesprochen.

"Die Banken machen Schwierigkeiten", hatte der Mann nach eigenen Angaben in "Spiegel TV" auf RTL erklärt. In einem der vergangenen Monate sei die Gehaltszahlung "noch einen Tag vor der Überweisung" unklar gewesen. Strauß widerspricht dieser Darstellung: "Wir haben bisher immer unsere Löhne gezahlt. Wir sind als guter Zahler bei unseren Lieferanten bekannt." Wegen seiner Position als Betriebsrat hätte dem Mann fristlos gekündigt werden müssen. Auch die Kunden des Motorenherstellers würden nervös, wenn sie sehen, dass die Firma nicht mehr Löhne bezahlen kann.

Die IG Metall Esslingen kritisierte besonders, dass auch Betriebsratskollegen für die Kündigung des Mannes gestimmt haben. Er selbst bezeichnete am Freitag die Mehrheit der Betriebsräte als der Unternehmensleitung "hörig". Der Gekündigte war nach eigener Aussage vor anderthalb Jahren als Vorsitzender des Betriebsrats abgewählt worden. Er will nun gegen die Kündigung klagen.

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