Über die Pläne von Carlyle mit Beru wird seit längerem spekuliert
Beru-Großaktionär führt wohl heimlich Verkaufsgespräche

Einem institutionellen Aktionär zufolge gibt es seit 15 Monaten Gespräche mit strategischen Investoren über den Verkauf der gesamten Beru-Gruppe. Großaktionär Carlyle wollte am Dienstag zu diesen Spekulationen keine Stellung nehmen. Ein möglicher Verkauf könnte zu einer Zerschlagung des Autozulieferers führen.

HB LUDWIGSBURG. Ein institutioneller Aktionär des Ludwigsburger Autozulieferers Beru hat dem Großaktionär Carlyle heimliche Verkaufsverhandlungen mit drei Konkurrenten vorgeworfen, die zu einer Zerschlagung des Unternehmens führen könnten. Carlyle-Deutschland-Chef Heiner Rutt sagte dazu, er wolle zu den Zielen seines Unternehmens keine Stellung nehmen.

Es gebe seit 15 Monaten Verkaufsgespräche mit strategischen Investoren über den Verkauf der gesamten Gruppe, sagte Aktionär Walter Schadenfroh auf der Beru-Hauptversammlung am Dienstag in Ludwigsburg. Der Vertreter der Vermögensverwaltung VTM aus Liechtenstein, die nach seinen Angaben 1,2 Prozent an Beru hält, nannte als Interessenten die französische Valeo, den US-Autozulieferer Borg Warner und die britische Tomkins. Er habe die Informationen „aus gut unterrichteten Quellen“. Er warf Carlyle vor, Konkurrenten einen unzulässig tiefen Einblick in die Bücher von Beru gegeben zu haben, und beantragte eine Sonderprüfung der Vorgänge.

„Tatsache ist: Mit Valeo wurde verhandelt, und mit Borg-Warner wurde verhandelt“, sagte er Journalisten am Rande des Aktionärstreffens. Dabei könne Carlyle über eine Pool-Vereinbarung auch über die Anteile der Unternehmerfamilie Birkel verhandeln, deren Familienmitglieder 23 Prozent an Beru halten. „Uns wurde unter Zeugen bestätigt, dass es diesen Pooling-Vertrag gibt“, sagte er Reuters. Carlyle selbst hat mit 37,1 Prozent keine Mehrheit an Beru.

Bei einer Übernahme durch einen Autozulieferer drohe dem 90 Jahre alten Unternehmen die Zerschlagung, sagte der Aktionär weiter. „Das Unternehmen hat es nicht verdient, von einem großen Zulieferer als Abteilung geführt zu werden“, sagte er. Schadenfroh warf dem Carlyle-Manager und Beru-Aufsichtsratschef Rutt vor, er verweigere Verhandlungen mit Finanzinvestoren, die Beru erhalten wollten. Erst Ende August seien Gespräche mit einem US-Konzern, der 50 bis 60 Euro je Aktie geboten habe, nach einer eingehenden Unternehmensprüfung (Due Diligence) abgebrochen worden.

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