Über eine Wandelanleihe
SGL Carbon besorgt sich frisches Geld

Der Grafitspezialist SGL Carbon hat sich über einer Wandelanleihe frisches Kapital besorgt. Die Anleihe mit einem Volumen von 190 Mio. Euro habe eine Laufzeit von sieben Jahren, teilte die Gesellschaft gestern in Wiesbaden mit.

FRANKFURT. Der Bond soll in 6,5 Millionen SGL-Aktien wandelbar sein. Das entspricht auf Basis des aktuellen Grundkapitals einem Aktienanteil von etwa zehn Prozent. Die SGL-Großaktionärin Susanne Klatten zeichnet über ihre Gesellschaft Skion ein Viertel der Anleihe. Der Preise für das Paket liegt bei 47,5 Mio. Euro. "Wir glauben an das Unternehmen und sind von seiner Strategie überzeugt", sagte ein Sprecher. Die Milliardärin hatte angekündigt, ihre Beteiligung von 22,25 Prozent auf knapp unter 25 Prozent auszubauen. Solange die Anleihe nicht gewandelt werde, bleibe der Anteil unverändert, sagte der Sprecher.

Mit dem Einstieg folgt Klatten der Familientradition, sich an Firmen mit Zukunftstechnologien zu beteiligen. Angelockt wird sie von dem bislang kleinsten Bereich von SGL, "Advanced Materials". In diesem ist das Geschäft mit alternativen Energien und etwa der Luft- und Raumfahrt gebündelt.

Mit dem Erlös aus der Wandelanleihe will Vorstandschef Robert Koehler das Geschäftsfeld stärken. Für die Erforschung der Anwendemöglichkeiten von Kohlenstofffasern in den neuen Bereichen sind hohe Investitionen nötig. Weitere Ausgaben fallen für den Aufbau einer jeweiligen Serienfertigung an, sollte sich die Technik bewähren. Bislang sind die Produkte oftmals Einzelanfertigungen, was sie teuer macht.

Die SGL-Gruppe erwirtschaftet bislang den Großteil ihres Umsatz mit der Stahl- und Aluminiumindustrie sowie der Energiewirtschaft, für die sie Elektroden und Kathoden liefert. Zuletzt hatte Koehler betont, dass die Nachfrage aus den gebeutelten Industriezweigen wieder anziehe. Dennoch rechnet er für das laufende Quartal mit einem Verlust, der sich jedoch gegenüber dem Auftaktquartal verringern soll.

Analysten zeigten sich von der Kapitalmaßnahme verwundert, hatte Koehler doch zuvor betont, dass es keinen Refinanzierungsbedarf gebe. Die Expansion sollte aus dem laufenden Geschäft finanziert werden, meinte Jürgen Reck von Sal. Oppenheim. An der Börse gab die SGL-Aktie zwischenzeitlich über sechs Prozent nach, konnte zum Handelsende hin aber ihre Verluste begrenzen.

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