Über Gesetzesentwurf wird bald entschieden
Porsche-Chef: Offenlegung von Managergehältern führt zu Sozialismus

Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hat die mögliche Zwangsoffenlegung von Managergehältern erneut kritisiert. Er girff Industrieunternehmen an, die ihre Managergehälter veröffentlichen.

HB STUTTGART. In einem Interview der Tageszeitung „Die Welt“ sagte Wiedeking: „Tatsache ist doch, dass alle Unternehmen, die heute veröffentlichen, den Sozialismus auf Vorstandsebene eingeführt haben: Sie haben weitgehend die Managergehälter auf das gleiche Niveau ausgerichtet.“ Dabei könne er sich nicht vorstellen, dass in jedem der betroffenen Unternehmen gleich gute, gleich leistungsstarke und gleich erfahrene Manager sitzen.

Wiedeking selbst lehnt eine Veröffentlichung seiner Bezüge weiter ab: „Bei uns wird das nicht der Fall sein“, sagte er. Er bezeichnete die politische Debatte um Managergehälter als Ablenkungsmanöver: „Wenn die Republik daran genesen soll, dass Deutschland das Gehalt von Wiedeking kennt, dann steht es schlimm um unser Land.“ Wichtiger sei es, Wege zu finden, um die Arbeitslosigkeit zu reduzieren und um die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland zu stoppen.

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) will nach Informationen des Handelsblatts bald entscheiden, ob Manager gesetzlich dazu gezwungen werden sollen, ihre Einkünfte offen zu legen. „Im Laufe dieses Monates, wenn die meisten Jahresabschlüsse für die Vorbereitung der Hauptversammlung vorliegen, wissen wir mehr“, sagte sie. Mitte Januar hatten rund 20 SPD- Bundestagsabgeordnete einen Gesetzentwurf vorgelegt, der das Ziel hat, Vorstandsmitglieder von börsennotierten Unternehmen unverzüglich zur Veröffentlichung sämtlicher Bezüge zu zwingen.

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