Überbrückungskredit
Kleine Hoffnung für die US-Autobauer

Die ums Überleben kämpfende US-Autoindustrie kann auf finanzielle Hilfen der Regierung hoffen. Die Demokraten im US-Kongress gaben ihren Widerstand gegen die Finanzierung der Überbrückungskredite aus einem Programm zur Entwicklung sparsamerer Autos auf. Die dringend benötigten Milliarden-Kredite will der US-Kongress aber nur unter harten Auflagen bewilligen.

HB WASHINGTON. Ein Auslöser für die Aufgabe des Widerstands soll der zuletzt dramatische Anstieg der Arbeitslosigkeit gewesen sein. Eine endgültige Einigung stand am Samstag allerdings noch aus. Der Opel-Mutterkonzern General Motors und der drittgrößte amerikanische Autobauer Chrysler brauchen mehrere Mrd. noch in diesem Monat. Bis Ende März wollen sie 14 Mrd. Dollar haben. Laut "Washington Post" zeichnet sich im Kongress eine Einigung auf Kredite in einer Größenordnung von rund 15 Mrd. Dollar ab.

Die demokratische Präsidentin des Abgeordnetenhauses, Nancy Pelosi, betonte, die Gelder aus dem 25 Mrd. Dollar umfassenden Programm für sparsamere Autos müssten schnellstmöglich wieder dem ursprünglichen Zweck zugeführt werden. Die Demokraten hatten sich lange dagegen gewehrt, die Mittel als Überbrückungskredite zu nutzen, weil der Umstieg auf spritsparende Fahrzeuge der Schlüssel zum Überleben der amerikanischen Autobranche sei. Sie wollten den Autobauern stattdessen den Zugang zum Hilfspaket für die Finanzbranche öffnen, was die Republikaner ablehnen.

Insgesamt wollen die "Großen Drei" - GM, Chrysler und Ford - bis Ende kommenden Jahres 34 Mrd. Dollar (27 Mrd Euro). Im Kongress gibt es Befürchtungen, dass noch weitere Anfragen kommen könnten. Die angeforderten Sanierungsprogramme der Autokonzerne waren bei den Abgeordneten auf massive Skepsis gestoßen.

Das Weiße Haus betonte am Samstag, die Autoindustrie könne nur mit staatlichen Geldern rechnen, wenn sie zu gravierenden Struktur- Veränderungen und zur Rückzahlung der Gelder bereit ist.

US-Präsident George W. Bush hatte am Freitag an den Kongress appelliert, angesichts der Rezession Pleiten in der Autoindustrie zu verhindern. Hilfen müssten allerdings von "harten Entscheidungen" in allen Geschäftsbereichen abhängig gemacht werden. Am Wochenende sollten Verhandlungen zwischen Weißem Haus und Kongress die Modalitäten der staatlichen Hilfe klären. Mit einer Abstimmung über den noch zu erzielenden Kompromiss wurde für Anfang der Woche im Kongress gerechnet.

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