Überkapazität auf dem Zementmarkt
Dyckerhoff greift zum letzten Mittel

Die Dyckerhoff AG wird ihre Produktion von Zementklinker stark reduzieren, in Neubeckum in Nordrhein-Westfalen soll sie sogar eingestellt werden. Damit reagiert das Unternehmen nach eigenen Angaben auf die nachhaltigen Überkapazitäten auf dem deutschen Zementmarkt. Mehr als 100 Arbeitsplätze fallen weg.

HB WIESBADEN: Obwohl seit 2003 in Neubeckum nur noch eine verminderte Produktion im so genannten Kampagnebetrieb stattfindet, könne man die fortschreitende Kostenbelastung nicht mehr tragen, teilte der der Baustoffriese mit. In Neubeckum werde allein die Zementmahlung noch bis zum 31. Dezember 2006 aufrechterhalten.

Der Vorstand hat außerdem beschlossen, die Produktion von Zementklinker für Grauzement am Standort Amöneburg in Wiesbaden zum Ende des Jahres einzustellen. Hier werde wiederum der Mahlbetrieb für Grauzement mit einer Kapazität von rund 280 000 Tonnen weitergeführt, so Dyckerhoff. Ebenso erhalten bleibt nach Unternehmensangaben die Produktion von Weißzement in Amöneburg. Zementklinker ist der gebrannte Bestandteil des Zements, der für die Aushärtung unter Beimengung von Wasser zuständig ist.

Dyckerhoff streicht allein in Wiesbaden 102 Stellen, in Neubeckum sind es 16 Arbeitsplätze. Im rheinland-pfälzischen Göllheim dagegen wird die Belegschaft um 21 Mitarbeiter aufgestockt.

Die Kosten für die geplanten Schließungen bezifferte das Unternehmen auf rund 30 Mill. Euro. Davon entfielen etwa 25 Mill. Euro auf außerplanmäßige Abschreibungen. Langfristig geht Dyckerhoff davon aus, dadurch jährlich 10 Mill. Euro und zukünftige Investitionen zu sparen. Geopfert werden müssten dafür aber auch rund 100 Arbeitsplätze, 102 in Wiesbaden sollen laut Dyckerhoff 102, in Neubeckum 16 Arbeitsplätze wegfallen. Im Gegenzug werde im rheinland-pfälzischen Göllheim die Belegschaft um 21 Mitarbeiter aufgestockt.n Wiesbaden und Neubeckum. Der Aufsichtsrat soll dem Plan auf einer außerordentlichen Sitzung am 5. Juli zustimmen.

Dyckerhoff stand zuletzt im Mittelpunkt eines Streits zwischen der damaligen NRW-Umweltministerin Bärbel Höhn (Grüne) und Harald Schartau, damals Wirtschaftsminister und Vorsitzender der NRW-SPD. Die Politiker konnten sich nicht über die Zukunft eines Naturschutzgebietes einigen, in dem Dyckerhoff seit Jahrzehnten Kalkstein abbaut und erst kürzlich 125 Mill. Euro in ein neues Zementwerk investiert hatte. Höhn forderte strengere Auflagen für weitere Abbaugenehmigungen. Damals erklärte Dyckerhoff, dass durch die Umwandlung in ein Naturschutzgebiet langfristig 500 Arbeitsplätze auf dem Spiel stünden.

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