Überkapazitäten und Konkurrenz aus Asien drücken weiter auf die Margen
Sanierung in der Feinchemie bereitet Probleme

Seit mehr als drei Jahren kämpfen die Hersteller von Feinchemikalien mit Überkapazitäten, Preisdruck und schwachen Margen. Und eine Trendwende scheint bisher kaum in Sicht. Während die Manager einiger Hersteller auf der diesjährigen Handelsblatt-Chemietagung zumindest verhaltene Zuversicht demonstrierten, zeigten sich externe Fachleute eher skeptisch. Der Kostendruck aus Fernost werde anhalten, so der Tenor. Eine wirksame Kapazitätsbereinigung in dem Bereich stehe noch aus.

FRANKFURT/M. Chemieexperte Thomas Rings von der Unternehmensberatung A.T. Kearney spricht daher von einem „strukturellen Problem.“ Axel Heitmann, Chef des neu formierten Chemiekonzerns Lanxess betrachtet eine „Konsolidierung der Kapazitäten“ auf europäischer Ebene als unumgänglich. Das durch Abspaltung aus dem Bayer-Konzern entstandene Chemieunternehmen hat vor wenigen Tagen einen deutlichen Personalabbau in seiner verlustträchtigen Feinchemie-Sparte beschlossen. Auch andere europäische Hersteller reagierten in den vergangenen Jahren bereits reihenweise mit hohen Abschreibungen, Personalabbau und teilweise auch mit Verlagerungen. Die niederländische DSM will einen Großteil der Antibiotika-Produktion in China konzentrieren. BASF ist dabei, das Produktprogramm neu zu ordnen.

Unter Feinchemikalien versteht man in der Chemiebranche hochveredelte Substanzen, die in vergleichsweise geringer Menge und teilweise auch nur für einzelne Abnehmer produziert werden. Dazu zählen etwa Vorprodukte für Medikamente, Pflanzenschutzmittel oder Kosmetika sowie Zusatzstoffe für Lebens- und Futtermittel. Zum Gesamtumsatz der Chemiebranche dürften diese Spezialitäten weniger als fünf Prozent beitragen. Doch sie zählten lange zu den besonders profitablen Produkten. Und die Hoffnung auf weiteres Wachstum verführte etliche Konzerne noch zu Beginn des Jahrzehnts zu überzogenen Zukäufen.

Doch inzwischen hat sich die Situation zum Teil drastisch gewandelt. Die Nachfrage nach Pharmawirkstoffen entwickelte sich wesentlich schwächer als erwartet. Gleichzeitig sorgten neue Konkurrenten aus China, Indien und Osteuropa für einen deutlich härteren Preiswettbewerb.

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