Übernahme
Baukonzern ACS kann Hochtief jetzt überrennen

Es könnte der entscheidende Streich im Übernahmepoker zwischen Hochtief und dem spanischen Baukonzern ACS sein. Die Aktionäre des Madrider Bauriesen statteten den Vorstand mit neuer Munition für eine feindliche Übernahme aus. Jetzt bleiben den Essenern nur noch wenig Möglichkeiten - sie könnten überrannt werden.
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HB MADRID/ESSEN. Spaniens Bauriese ACS hat im Übernahmekampf um den deutschen Konkurrenten Hochtief ein starkes Geschütz auffahren. Mit der Erlaubnis für eine Kapitalerhöhung ließ Konzernchef Florentino Peréz den Angriff auf Hochtief durch seinen Aufsichtsrat absichern.

Obwohl verschuldet, will ACS sich weltweit weiter ausbreiten. Für den Zukauf beim größeren Hochtiefkonzern müssen die Spanier nun kein Bargeld aufbringen, um Abwehrmaßnahmen der Essener zu parieren. Das Essener Traditionsunternehmen gerät damit in Gefahr, überrannt zu werden. In der dortigen Zentrale verstummten mit der Nachricht aus Madrid die Kommentare.

Für Fußballfan Peréz könnte es sogar ein Doppelsieg werden. Der erfolgsgewohnte Präsident des „königlichen“ Clubs Real Madrid versucht gleichzeitig den Einfluss beim widerspenstigen spanischen Energiekonzern Iberdrola auszubauen.

Die Aktionäre des spanischen Baukonzerns ACS haben Perez im Übernahmekampf um den Konkurrenten Hochtief den Rücken gestärkt. Sie billigten auf einer außerordentlichen Hauptversammlung eine Kapitalerhöhung, falls sie für den Schritt nötig werden sollte. Die Offerte sei attraktiv genug für die Hochtief-Aktionäre, um die Kontrolle über bis zu 50 Prozent der Anteile zu erhalten, betonte Perez.

ACS hält bereits knapp 30 Prozent an dem Essener Konzern. Die Spanier haben in der vergangenen Woche ihr Übernahmeangebot für den Essener Konzern bei der Bundesfinanzaufsicht (BaFin) eingereicht. Die Spanier bieten je acht eigene Anteilsscheine für fünf Hochtief-Papiere. Die bedingte Kapitalerhöhung war notwendig, da die Spanier eine ausreichende Menge eigener Aktien belegen müssen, sollten alle Hochtief-Aktionäre das Angebot annehmen.

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  • Die Lobby arbeitet gut und hilft der Meinung von beamten und Politikern mit Lobbygeldern die "richtige" Richtung zu erkennen! Good night Germany!!

  • Es gibt leider eine Clique gut vernetzter berater-, banken- und Anwaltskreise, die sich an solchen Übernahmen eine goldene Nase verdienen. Diese Leute interessiert überhaupt nicht, dass die deutsche Volkswirtschaft sowie die Rechte von Aktionären und Mitarbeitenden geschwächt werden. Diese Leute verhindern, dass intelligente Gesetzte gemacht werden, wie sie alle anderen grossen Volkswirtschaften haben. Es handelt sich hier nicht um Korruption im rechtlichen Sinne, aber die Wirkung ist die Gleiche und die Politik versagt wieder einmal.

  • @Alfons Wöhrl Wir Deutschen haben so beschissene Gesetze, dass eine feindliche Übernahme gar nicht verhindert werden kann. Seit Walter bau wissen wir, dass sich in der beziehung etwas ändern muss. Aber die Regierenden interessiert das nicht. Wir haben eben alle die Schlechten gewählt weil es die Guten nicht gibt. Lieber Alfons Wöhrl, wir alle müssen etwas verändern. Und das recht bald, sonst findet der totale Ausverkauf unserer industrie statt. Die Merkel schafft uns noch alle, wir wollen es nur nicht wahrhaben.

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