Übernahme
Baukonzern ACS leitet Abschied des Hochtief-Chefs ein

Der Baukonzern ACS will den Chef des Bauunternehmens Hochtief loswerden. In der Übernahmeschlacht beklagen sich die Spanier über ein gestörtes Verhältnis zu Herbert Lütkestratkötter. Kein Wunder: Lütkestratkötter hat sich bislang mit allen Mitteln gegen die Pläne von ACS gewehrt.
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DÜSSELDORF. Der spanische Baukonzern ACS bereitet den Abschied von Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter vor. „In den letzten Wochen war die Atmosphäre im Übernahmekampf zwischen ACS und Hochtief erheblich gestört“, sagte der für das Tagesgeschäft verantwortliche ACS-Manager Ángel García Altozano dem Handelsblatt. Die Personalie werde er mit den übrigen Mitgliedern des Hochtief-Aufsichtsrats besprechen.

Lütkestratkötter hat sich bislang mit allen Mitteln gegen die Pläne der Spanier gewehrt, die Mehrheit an Hochtief zu übernehmen. Allerdings stehen seine Chancen schlecht, ACS noch zu stoppen. Altozano sagte, der Hochtief-Chef müsse sich nun entscheiden, ob er nach der harten Auseinandersetzung mit dem künftigen Mehrheitsaktionär ACS „konstruktiv zusammenarbeiten“ wolle.

Der spanische Konzern veröffentlichte das freiwillige Übernahmeangebot für Deutschlands größtes Bauunternehmen, nachdem die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) das Angebot erst Montagnacht freigegeben hatte. Damit können Hochtief-Aktionäre nun fünf Aktien gegen acht von ACS tauschen. Der spanische Konzern will so seinen Anteil über die 30-Prozent-Schwelle heben und letztlich die Mehrheit erlangen.

Die Frist zum Umtausch der Aktien endet am 29. Dezember um Mitternacht. ACS geht davon aus, dass das Angebot insgesamt Anfang Februar abgeschlossen sein wird. Hochtief wolle sich voraussichtlich erst Ende nächster Woche zum Angebot äußern, sagte eine Sprecherin.

Am Mittwoch hätten Hochtief-Aktionäre bei einem Tausch umgerechnet 55,02 Euro erhalten. Die Aktie des Essener Konzerns notierte mit 58,36 Euro aber deutlich höher. Dennoch ist Altozano überzeugt, dass „wir im nächsten Jahr die Mehrheit an Hochtief erreichen werden“. Die fehlenden Anteile könne ACS über die Börse kaufen.

Der Grund für Altozanos Gelassenheit ist klar: ACS hat sich, wie aus dem Übernahmeprospekt hervorgeht, über sogenannte Swap-Geschäfte den Zugriff auf eine „wirtschaftliche Beteiligung“ an Hochtief von 5,34 Prozent gesichert. Die Swap-Geschäfte werden im Februar und März nächsten Jahres fällig. Sollten die beteiligten Banken dieses Geschäft wie üblich durch Hochtief-Aktien gesichert haben, würde ACS eine Beteiligung von gut fünf Prozent an Hochtief erhalten. Dann würde ACS im Frühjahr rund 35 Prozent der Aktien halten und auf der Hauptversammlung die Mehrheit haben. Der Konzern ist bereit, Hochtief in einer Investorenvereinbarung die weitgehende Unabhängigkeit zu garantieren.

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