Übernahme
Baustoffkonzern Saint-Gobain ködert BPB

Der französische Baustoffkonzern Saint-Gobain ist bereit, mehr für die Übernahme seines britischen Wettbewerbers BPB zu zahlen. Dieser sagte daraufhin einer Vermählung zu.

HB PARIS. BPB stimmte der auf 3,89 Mrd. Pfund (etwa 5,72 Mrd. Euro) in bar aufgestockten Offerte zu, wie Saint-Gobain am Donnerstag mitteilte. Damit sichern sich die Franzosen die Kontrolle über das rasant wachsende Gipskartonplatten-Geschäft von BPB. Analysten nahmen das Geschäft positiv auf. Auch die Aktionäre beider Seiten sind begeistert: Saint-Gobain-Titel legten im Pariser Handel nach der Bekanntgabe 3,2 Prozent zu, BPB-Papiere stiegen in London um 3,8 Prozent.

Die Unternehmen hätten sich darauf geeinigt, dass für eine Übernahme 775 Pence pro Aktie gezahlt würden, teilte Saint-Gobain weiter mit. Bisher lag die Kaufofferte bei 720 Pence pro Aktie. Über eine Erhöhung des Angebots war bereits seit längerem spekuliert worden. Allerdings hatte der weltgrößte Gipskartonplatten-Hersteller BPB bis zuletzt nicht mitgeteilt, ab welchem Preis er zu Gesprächen mit dem französischen Rivalen bereit sei.

Mit dem Zusammenschluss übernehme Saint-Gobain die weltweite Führung, was die Produkte zur Innenausstattung beim Bau angehe, sagte Konzernchef und Chairman Jean-Louis Beffa. Die Profitabilität des Unternehmens werde deutlich gesteigert. Dem Geschäftsführer Pierre-Andre de Chalendar zufolge entstehen durch die Übernahme in den kommenden zwei Jahren Synergien von etwa 100 Mill. Euro - doppelt so viel wie von Analysten erwartet. Er erwarte nicht, dass viele BPB-Mitarbeiter das Unternehmen verließen, fügte Chalendar hinzu. Allerdings werde BPB-Chef Richard Cousins gehen.

Ein Londoner Analyst erklärte, Saint-Gobain habe BPB einfach übernehmen müssen, um das eigene Wachstum zu beschleunigen. Möglicherweise werde der Konzern zur Finanzierung des Geschäfts andere Sparten abstoßen, etwa das Glasgefäße-Geschäft. Saint-Gobain hatte zuletzt seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr gesenkt und auf höhere Energie- und Transportkosten verwiesen.

Das Geschäft mit Gipskartonplatten boomt sowohl in den Industriestaaten als auch in den Entwicklungsländern. Während heute in vielen Industriestaaten neu gebaut wird, weil höhere Sicherheitsstandards eingehalten werden müssen, werden in den Entwicklungsländern Bauvorhaben nach westlichem Vorbild immer beliebter.

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