Übernahme der Energiesparte
Siemens unmittelbar vor Offerte an Alstom

Zehn Tage lang hat Siemens die Bücher von Alstom gewälzt, nun steht ein Übernahmeangebot für die Energiesparte unmittelbar bevor. Die Regierung in Paris hatte zuvor die erste Offerte von Siemens-Konkurrent GE abgelehnt.
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München, ParisSiemens steht unmittelbar davor, ein Angebot für die Energiesparte der französischen Alstom abzugeben. „Wir werden hart kämpfen, um zu gewinnen“, sagte ein Unternehmensvertreter dem Handelsblatt (Mittwochausgabe). Alle Aktivitäten der Franzosen passten „hervorragend in unser eigenes Portfolio“.

Bislang lag der US-Konzern General Electric (GE) vorn im Rennen um Turbinen und Netzausrüstung des französischen Konzerns. GE hatte sich mit dem Alstom-Vorstand auf ein Übernahmegebot verständigt, wurde aber von der französischen Regierung gestoppt und jetzt aufgefordert, ein neues Angebot zu machen. „So wie es jetzt ist, läuft es nicht“, habe er GE mitgeteilt, sagte Frankreichs Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg am Dienstagabend dem Parlament. Ende Mai soll ein Aufsichtsratsausschuss die Offerten prüfen und der Hauptversammlung eine Entscheidung empfehlen. Kreise des französischen Wirtschaftsministeriums deuteten an, dass eine Fristverlängerung in der Diskussion sei.

Siemens hat nach Angaben der Regierung in Paris zudem um zusätzliche Informationen über das Unternehmen gebeten. Das in einem Schreiben vom Dienstag geäußerte Anliegen sei ganz klar als Zeichen dafür zu deuten, dass die Münchner ein konkretes Angebot vorlegen wollten, erklärte Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg vor Abgeordneten der Nationalversammlung. Er danke Siemens-Chef Joe Kaeser für die Entschlossenheit.

Seit zehn Tagen prüfen Siemens Alstoms Zahlenwerk. Sie wollen die Anliegen der Regierung ebenso berücksichtigen wie die der Alstom-Aktionäre und -Arbeitnehmer. Siemens will mit zwei Vorschlägen punkten: Die Entscheidungshoheit über das Atomgeschäft – Alstom stellt Atomkraftwerksgeneratoren her – soll in Frankreich bleiben. Zweitens schlägt Siemens laut Unternehmenskreisen vor, das Transportgeschäft zu einem „europäischen Champion“ auszubauen. Die eigene Transportsparte will Siemens dort integrieren. Die Alstom-Signaltechnik soll mit der von Siemens zu einem eigenständigen Unternehmen mit Sitz in Frankreich zusammengeführt werden.

Thomas Hanke
Thomas Hanke
Handelsblatt / Korrespondent in Paris
Axel Höpner
Axel Höpner
Handelsblatt / Büroleiter München

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