Übernahme der Ford-Töchter
Gewerkschaft: Tata soll Jaguar übernehmen

Noch drei Bewerber sind im Rennen um die Übernahme der Nobelmarken Jaguar und Land Rover. Nun hat der Autobauer Tata ungewöhnliche Schützenhilfe bekommen: Die britische Metallarbeiter-Gewerkschaft hat Partei für den Interessenten aus Indien ergriffen.

LONDON / DÜSSELDORF. Die britische Gewerkschaft Unite hat sich klar auf die Seite eines der drei Interessenten geschlagen, die um den Kauf der Nobelmarken Jaguar und Land Rover buhlen. "Wenn es schon einen Verkauf geben muss, dann wäre aus unserer Sicht Tata die beste Lösung“, teilte die britische Metallarbeiter-Gewerkschaft am Donnerstag mit. Für den drittgrößten indischen Autobauer sprächen vor allem Erfahrung und Know-How.

Die Gewerkschafter trafen ihre Entscheidung, nachdem ihnen die drei noch im Rennen verbliebenen Bewerber um die Übernahme der Ford-Töchter Land Rover und Jaguar ihre Konzepte für die Zukunft der Marken präsentiert hatten. Neben Tata sind der ebenfalls in Indien beheimatete Autokonzern Mahindra & Mahindra sowie die Beteiligungsgesellschaft One Equity Partners dabei. Für den Verkauf von Jaguar und Land Rover ist die Zustimmung der Gewerkschaft zwar nicht nötig, aber ihr Wort hat dank der Aufmerksamkeit, die der Verkauf der beiden Traditionsmarken in der britischen Öffentlichkeit genießt, Gewicht.

Ursprünglich fürchteten einige Gewerkschafter, dass bei einem Deal mit einem indischen Hersteller qualifizierte Arbeitsplätze und Kompetenz nach Asien abwandern könnten. Außerdem witterten die Arbeitnehmervertreter Gefahren für britische Zulieferer. Doch das Tata-Management habe diese Bedenken zumindest teilweise zerstreuen können, hieß es gestern. Die Inder hätten versichert, dass sie die beiden Marken als langfristiges Investment sähen und sich der britischen Wurzeln von Jaguar und Land Rover durchaus bewusst seien.

Im Zuge des Konzernumbaus will Ford-Chef Alan Mulally sich nach dem Verkauf des britischen Sportwagenbauers Aston Martin von weiteren seiner europäischen Premiummarken trennen. Ford ist nach Jahren des Verlustes auf dem Weg zu einem ausgeglichenen Ergebnis. Jaguar und Land Rover fuhren zusammen im dritten Quartal einen kleinen Vorsteuergewinn ein. Der Verkauf beider Unternehmen könnte Experten zufolge 1,5 Mill. Dollar einbringen.

Einen Verkauf der Premiummarke Volvo ließ Ford ebenfalls prüfen. Die schwedische Tochter machte im abgelaufenen Quartal einen Verlust. Eine Trennung steht aber erst einmal nicht bevor, stattdessen will Konzernchef Mulally Kostenstruktur und Markenpositionierung verbessern.

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