Übernahme der Mehrheit am Baustoffhersteller
Merckle ist bei Heidelberg-Cement am Ziel

Die Holdinggesellschaft Spohn Cement hat sich laut einer Finanzanzeige die Mehrheit am Zementhersteller Heidelberg-Cement gesichert. Hinter Spohn steckt der Pharmaunternehmer Adolf Merckle.

HB FRANKFURT. Spohn habe im Rahmen seines Übernahmeangebots, das noch bis zum 25. Juli läuft, 20,12 Prozent des Grundkapitals übernommen, hieß es in einer am Dienstag veröffentlichten Anzeige des Unternehmens. Die Bieterin habe bereits 16,67 Prozent des Grundkapitals des größten deutschen Zement- und Klinker-Herstellers gehalten. Weitere 10,91 Prozent hielten mit „Spohn gemeinsam handelnde Personen“. Hinzu kämen 3,83 Prozent aus dem Besitz von Tochtergesellschaften dieser Personen. Daraus ergibt sich, dass Spohn 51,53 Prozent an Heidelberg-Cement kontrolliert.

Merckle peilt die Mehrheit an Heidelberg-Cement an, um das eigene Investment gegen Übernahmen zu schützen. Der Pharmaunternehmer will die bis zu 5,8 Milliarden Euro teure Übernahme vor allem durch Kredite und künftige Dividendenerträge der Nummer vier unter den weltgrößten Zementfirmen finanzieren.

Die von Merckle kontrollierte Spohn hat 60 Euro für jede Heidelberg-Cement-Aktie geboten. Vorstand und Aufsichtsrat von Heidelberg-Cement hatten die Offerte als angemessen bezeichnet, eine Empfehlung an die Aktionäre aber vermieden. Merckle hatte Anfang des Jahres bereits seinen Vertrauten Bernd Scheifele als Vorstandschef bei Heidelberg-Cement installiert.

Nach früheren Angaben von Heidelberg-Cement hatte der bisher offiziell größte Aktionär des Unternehmens, die Eigentümerfamilie des Ulmer Zementherstellers Schwenk, fast zwei Drittel seiner Heidelberg-Cement-Beteiligung von zuletzt 20,5 Prozent an Spohn Cement verkauft.

Die Frist für die Annahme des Übernahmeangebots endet an diesem Dienstag. Die obligatorische Verlängerungsfrist reicht bis zum 12. August.

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