Übernahme der Mehrheit
Heidelberg-Cement nun in Spohn-Hand

Die vom Milliardär und Pharmaunternehmer Adolf Merckle kontrollierte Beteiligungsgesellschaft Spohn Cement hat ihren Anteil an Deutschlands größtem Baustoffkonzern Heidelberg-Cement auf 52,31 Prozent aufgestockt.

HB NORDERFRIEDRICHSKOOG/HEIDELBERG. Nach der Übernahme der Mehrheit seien die Anmeldungen bei der Europäischen Kommission und den relevanten Kartellbehörden der USA und Kanadas erfolgt, teilte Spohn weiter am Freitag in Norderfriedrichskoog im Kreis Nordfriesland mit.

Spohn hielt bereits vor dem öffentlichen Angebot 16,67 % an Heidelberg-Cement. Die zweite Angebotsfrist, in der Heidelberg-Cement-Aktionäre ihre Papiere zum Preis von je 60 € an Spohn verkaufen können, läuft noch bis zum 12. August. Im Rahmen dieser Frist hatte Spohn bis zum Mittwoch 35,64 % des Grundkapitals der im MDax notierten Heidelberg-Cement AG übernommen.

Merckle, der auch Aufsichtsrat von Europas zweitgrößtem Zementhersteller ist, hatte die Mehrheit an Heidelberg-Cement angepeilt, um den Baustoffkonzern gegen Übernahmen zu schützen. Das Angebot für die mit rund 5,8 Mrd. € bewertete Heidelberg-Cement solle zunächst vor allem durch Kredite finanziert werden. Merckle plant, das Unternehmen weiterhin an der Börse zu lassen.

Spohn-Geschäftsführer Werner Harder sagte der Finanz- Nachrichtenagentur dpa-AFX, sein Unternehmen strebe keine komplette Übernahme von Heidelberg-Cement an. „Die werden wir auch nicht kriegen.“ Es handele sich um ein langfristiges Engagement, um das neue Management unter Vorstandschef Bernd Scheifele zu unterstützen und klare Verhältnisse zu schaffen. „Es ging uns vor allem um die Hauptversammlungsmehrheit.“

Heidelberg-Cement will sich erst nach Abschluss der Angebotsfrist äußern. Vorstand und Aufsichtsrat des Heidelberger Unternehmens hatten das Übernahmeangebot der Vermögensverwaltungsgesellschaft Spohn Cement aber zuvor als angemessen bezeichnet, jedoch keine Empfehlung an die Aktionäre abgegeben.

Der Baustoffkonzern will wenige Tage vor dem Ende der Angebotsfrist am kommenden Dienstag (9. August) seine Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2005 vorlegen. In den ersten drei Monaten war das Unternehmen wegen des strengen Winters und eines schwaches Deutschlandgeschäft tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Das Vorsteuerergebnis lag im ersten Quartal bei minus 99 Mill. nach minus 83 Mill. € im Vorjahr. Das Ergebnis nach Steuern betrug minus 96 Mill. nach minus 60 Mill. €.

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