Übernahme der Nickelfirma Lionore
Xstrata lässt sich überbieten

Im Kampf um die kanadische Nickelfirma Lionore hat Schweizer Rohstoffkonzern Xstrata voraussichtlich das Nachsehen. Norilsk Nickel aus Russland ist bereit, den höheren Preis zu zahlen. Dennoch wollen die Schweizer in der Bergbau-Industrie weiter in der Offensive bleiben.

ZÜRICH / MOSKAU. Der Schweizer Rohstoffkonzern Xstrata will unabhängig vom Ausgang der Übernahmeschlacht mit dem russischen Nickel-Produzenten Norilsk Nickel um die kanadische Lionore weiter in der Offensive bleiben: Xstrata werde in der Bergbau-Industrie eine führende Rolle spielen, bekräftigte Konzernchef Mick Davis auf einer Konferenz im schweizerischen St. Gallen. Davis erwartet einen weiteren Anstieg der Rohstoffpreise, wodurch die Fusionen in der Branche beschleunigt würden.

Im Kampf um die kanadische Nickelfirma Lionore hat Xstrata aber voraussichtlich das Nachsehen: Wie der Konzern mitgeteilt hat, verzichtet er darauf, sein Kaufangebot zu erhöhen. Mit 27,5 kanadischen Dollar (19,3 Euro) pro Aktie liegt nun die Offerte der russischen Norilsk Nickel 2,5 Dollar über dem Angebot aus der Schweiz. Der Gesamtwert des russischen Angebots erreicht umgerechnet 4,7 Mrd. Euro.

Der Verwaltungsrat von Lionore, der den Aktionären die Annahme des Xstrata-Angebots bereits empfohlen hatte, wird nun voraussichtlich seine Empfehlung zurückziehen, was eine Entschädigungszahlung an Xstrata in Höhe von 305 Mill. kanadischen Dollar auslöst. Analysten begrüßten den Rückzug der Schweizer. Dies zeige, dass Konzernchef Davis die Fähigkeit behalten habe, sich von Transaktionen mit zweifelhaftem Wert zurückzuziehen.

Der Preis für Nickel, das etwa bei der Herstellung von Edelstahl benötigt wird, ist in diesem Jahr wegen der boomenden weltweiten Nachfrage um 45 Prozent gestiegen. Als Grund für die anhaltende Nachfrage sieht Xstrata-Chef Davis Entwicklungen in wachsenden Volkswirtschaften wie China oder Indien, wo die Nachfrage nach Rohstoffen stark zunimmt.

Xstrata war im vergangenen Jahr mehrfach auf Einkaufstour gegangen. Größte Übernahme war mit 13 Mrd. Euro der Kauf des kanadischen Nickelanbieters Falconbridge, dazu kamen Akquisitionen wie die des kolumbianischen Kohleproduzenten Cerrejon und der Kupfermine Tintaya in Peru.

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