Übernahme des russischen Ölkonzerns wird erwartet
Sibneft wieder Mittelpunkt der russischen Gerüchteküche

Derzeit verdichten sich die Spekulationen über einen Verkauf des russischen Ölkonzerns Sibneft. Dabei dürfte auch Gazprom ein gutes Stück abbekommen.

HB MOSKAU. Am Montag gab das Unternehmen überraschend bekannt, für 2004 eine Dividende in Rekordhöhe zu zahlen. Analysten werteten dies als Zeichen dafür, dass der fünftgrößte russische Ölkonzern zum Verkauf steht. Zudem berichtete die Zeitung „Kommersant“, die britisch-niederländische Royal Dutch/Shell wolle offenbar gemeinsam mit dem russischen Monopolisten Gazprom den Konzern übernehmen.

Sibneft gehört mehrheitlich der Investmentfirma Millhouse, die von dem Milliardär Roman Abramowitsch kontrolliert wird. Der Medienberichten zufolge reichste Mann Russlands ist in der Öffentlichkeit vor allem durch sein finanzielles Engagement bei dem britischen Fussball-Klub FC Chelsea bekannt. Er hat sich bereits von vielen seiner Beteiligungen in Russland getrennt.

Sibneft kündigte an, eine Ausschüttung von 2,29 Mrd. Dollar vorzuschlagen. „Sibneft hatte 2004 ein erfolgreiches Jahr und es ist angemessen, dass wir diesen Erfolg mit all unseren Einzel- und institutionellen Anlegern zu teilen“, erklärte Konzern-Chef Eugene Schwidler. Zuvor hatte Sibneft stets betont, es zahle erst eine Dividende, wenn es alle Verbindungen zu seinem früheren Fusionspartner Yukos gekappt habe. Die Gesamt-Dividenden-Summe ist höher als der Sibneft-Gewinn aus 2003. Für 2004 hat Sibneft noch kein Ergebnis nach internationalen Standards vorgelegt.

„Indem es dekapitalisiert, zeigt Sibneft eindeutig, dass es zum Verkauf steht“, sagte Analyst Adam Landes von der Renaissance Capital Bank. Valery Nesterow von Troika Dialog dagegen gab zwei mögliche Deutungen des Dividenden-Vorschlags: Entweder wollten die wichtigsten Aktionäre bald verkaufen. Oder Sibneft bekommt bald die 34,5 % zurück, die entweder noch Yukos an ihr hält oder der im Besitz des russichen Staates ist, der Milliarden-Steuerrückzahlungen von Yukos eintreiben will.

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