Übernahme des Versorgers Endesa
Eons Verhandlungen mit Spanien auf gutem Weg

Das deutsche Energieunternehmen Eon ist auf seinem Weg zur Übernahme des spanischen Versorgers Endesa offenbar einen Schritt weitergekommen. Wie aus Branchenkreisen zu hören ist, soll es Eon gelungen sein, die Auflagen der Regierung in Madrid aufzuweichen.

MADRID. Dem deutschen Versorger Eon ist es offensichtlich gelungen, die Auflagen für die Übernahme des größten spanischen Versorgers Endesa aufzuweichen. Das verlautete aus Branchenkreisen. Sowohl Eon als auch die spanische Regierung wollten das nicht kommentieren. Vor zwei Wochen allerdings ließ Eon-Chef Wulf Bernotat bei einer Analystenkonferenz anlässlich der Halbjahresergebnisse verlauten, dass er von einem „guten Ende" der Operation überzeugt sei.

Die spanische Energieaufsicht CNE hatte den Deutschen die Übernahme Endesas nur unter 19 Auflagen genehmigt. Dazu gehört der Verkauf aller Nuklearkraftwerks-Aktivitäten. Eon und Endesa haben dagegen bereits Klage erhoben. Auch die Europäische Kommission hält die meisten Auflagen für nicht gerechtfertigt und hat die CNE zu einer umfassenden Erklärung bis zum 13. September aufgefordert. Diplomatische Kreise vermuten, dass bei den deutsch-spanischen Regierungskonsultationen am 12. September ein Ergebnis erzielt wird.

Wie aus Branchenkreisen zu hören ist, vermittelt der ehemalige spanische Wirtschaftsminister Carlos Solchaga zwischen dem spanischen Industrieministerium und Eon. Knackpunkt dabei sei vor allem der zweitgrößte spanische Versorger Iberdrola, der nicht schlechter gestellt werden soll. Der spanische Premier José Luis Rodríguez Zapatero will vermeiden, dass Iberdrola ebenfalls aus dem Ausland übernommen wird. Deshalb sollen die Basken den Großteil der von Eon zu verkaufenden Aktiva erwerben.

„Eine Einigung Eons mit der spanischen Regierung rückt immer näher", schreibt die spanische Wirtschaftszeitung El Economista in ihrer gestrigen Ausgabe. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hat angedeutet, wie wichtig eine Einigung ist und dass diese auf „dem besten Weg" sei.

Zwar ist das Angebot der Deutschen für Endesa, wie auch das des katalanischen Mitbieters Gas Natural, durch zwei juristische Verfahren blockiert. „Aber wenn die spanische Regierung einlenkt, werden diese Verfahren wohl nicht mehr von großer Bedeutung sein", sagt der Wirtschaftsrechtsanwalt Karl Lincke. Joaquín Ferrer von der spanischen Aktionärsinteressenvereinigung Accionistas Asociados glaubt, dass sich Eons Gebot durchsetzen wird, da es um dreißig Prozent höher ist, als das von Gas Natural.

Derweil wurde Joan Clos zum spanischen Industrieminister ernannt. Der Bürgermeister von Barcelona folgt auf José Montilla, der gegen die Endesa-Übernahme durch Eon war.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%