Übernahme durch Tesa
Uhu ziert sich

Der zum Beiersdorf-Konzern gehörende Klebstoffhersteller Tesa liebäugelt mit dem Kauf des Konkurrenten Uhu. Doch dessen Besitzer will nicht so recht verkaufen. Es scheint am Preis zu hängen. Dabei passten Uhu und Tesa gut zusammen.

HB/lip/ren HAMBURG. „Es hat Gespräche gegeben, aber es ist kein Angebot gefolgt“, sagte ein Beiersdorf-Sprecher am Mittwoch in Hamburg. Tesa und Uhu arbeiten in mehreren Ländern – darunter in Mexiko und der Schweiz – im Vertrieb zusammen. Auch in Deutschland gibt es Absprachen. Vor diesem Hintergrund betrachtet Beiersdorf einen Kauf als sinnvoll. „Wir sind an einem Einstieg bei Uhu interessiert“, sagte ein Beiersdorf-Sprecher dem Handelsblatt. Tesa macht den größten Teil seines Umsatzes von 735 Mill. Euro mit Industriekunden, während sich Uhu vor allem an Verbraucher richtet, was dem Unternehmen einen Umsatz von 200 Mill. Euro bescherrte.

Mit einem Einstieg bei Uhu würde Tesa erstmals in den Markt für Alleskleber vordringen. Diesen dominiert bislang der Düsseldorfer Konkurrent Henkel, der unter anderem die Marken „Pritt“ und „Pattex“ vertreibt. „Wenn das Geschäft klappen sollte, erhält Beiersdorf eine starke Marke, die das Tesa-Segment abrunden würde“, meint Ansgar van Halteren, Geschäftsführer des Branchenverbandes.

Ob die Übernahme zu Stande kommt, ist noch unklar. Denn noch sind sich Beiersdorf und die Bolton-Gruppe, zu der Uhu seit 1994 gehört, nicht über einen Kaufpreis einig geworden, heißt es in Beiersdorf-Kreisen. Ohnehin hält sich der Uhu-Eigner Bolton des griechischen Unternehmers Joseph Nissim zu möglichen Verkaufsabsichten bedeckt. „Es gibt keine Verhandlungen“, betonte ein Firmensprecher auf Anfrage. Allerdings hat inzwischen sogar der Verband für Klebstoffe Kenntnis von entsprechenden Gesprächen erhalten.

Für Beiersdorf käme ein Zukauf zu einem günstigen Zeitpunkt. Denn der deutsche Markt für Klebstoffe wächst seit Jahren. Auch für das laufende Jahr rechnet der Verband mit einem kräftigen Umsatzplus von vier Prozent. In Deutschland haben die Hersteller von Klebstoffen im vergangenen Jahr etwa 2,5 bis 3 Milliarden Euro umgesetzt.

Weltweit sind die Produkte rund um die gelbe Tube hoch profitabel. Mehr als 60 Prozent des Umsatzes stammen aus dem Export. Genaue Umsatz- und Ertragszahlen wollte ein Firmensprecher auf Anfrage nicht nennen. Uhu betreibt ferner Produktionsstätten am Firmensitz in Bühl (Baden), in Wolfen (Sachsen-Anhalt) sowie in Mexiko und ist über diverse Niederlassungen in mehr als 120 Ländern tätig.

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