Übernahme durch Teva
US-Konzern Mylan lehnt Offerte ab

Angebot abgelehnt: Der US-Pharmakonzern Mylan geht nicht auf ein Milliarden-Übernahmeangebot durch den israelischen Konkurrenten Teva ein. Die Offerte soll 40 Milliarden Euro umfasst haben.
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New YorkDer US-Pharmakonzern Mylan zeigt dem an seiner Übernahme interessierten israelischen Rivalen Teva die Zähne. Das Mylan-Management will sich erst dann auf Gespräche einlassen, wenn die Ratiopharm-Mutter ihre Offerte um mindestens ein Fünftel auf knapp 50 Milliarden Dollar aufstockt.

Das bisherige Angebot von 82 Dollar je Mylan-Aktie werde abgelehnt, erst bei „deutlich über 100 Dollar“ sei man überhaupt gesprächsbereit, teilte Mylan am Montag mit. Teva, Weltmarktführer bei Nachahmermedikamenten, bekräftigte allerdings kurz darauf die bisherige Offerte. An der Börse verloren Mylan-Aktien rund vier Prozent auf 73 Dollar. Anleger erwarten derzeit also offenbar nicht, dass Teva mindestens 100 Dollar pro Aktie zu zahlen bereit ist.

Die Ratiopharm-Mutter Teva war vor einer Woche mit ihrer Kaufofferte vorgeprescht. Das Mylan-Management sieht das Vorhaben aber als feindlich an, daher war eine Ablehnung erwartet worden.

Der US-Konzern machte nun zudem deutlich, dass er Teva-Aktien als Zahlungsmittel nicht akzeptiert. Die Papiere seien von geringer Qualität und beinhalteten hohe Risiken. Mylan hatte vergangene Woche selbst eine Kaufofferte über 31 Milliarden Dollar für den Arzneihersteller Perrigo vorgelegt, die Perrigo aber ebenfalls als zu niedrig zurückweist. Experten vermuten, dass Mylan mit der Perrigo-Offerte für Teva unattraktiver werden will.

Die Pharmabranche kämpft mit Kostendruck und sinkenden Umsätzen. Unter anderem treiben hohe Forschungskosten und der Ablauf von Patenten auf lukrative Medikamente die aktuelle Fusionswelle an.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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