Übernahme
EU verlängert Prüffrist für Südzucker

Die EU-Wettbewerbshüter nehmen sich mehr Zeit, um die geplante Fusion von ED&F Man durch Südzucker zu prüfen. Die Kartellbehörde verlängerte die Prüffrist um rund einen Monat.
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StuttgartEuropas größter Zuckerproduzent Südzucker muss sich mit seinem Einstieg beim weltweit zweitgrößten Zuckerhändler ED&F Man weiter gedulden. Die EU-Kartellbehörde verlängerte die Prüffrist für die von Südzucker geplante Übernahme von knapp 25 Prozent der Anteile des britischen Agrarhändlers bis zum 25. April, wie die Brüsseler Kommission am Mittwoch mitteilte. Bisher lief die Frist bis zum 23. März.

Die EU-Kommission hat bereits im November Bedenken gegen den geplanten Einstieg von Südzucker bei ED&F Man mit gut 4000 Beschäftigten geäußert und eine eingehende Prüfung der Expansionspläne angekündigt. Die Wettbewerbshüter befürchten, das Bündnis könne zu einem geringeren Wettbewerb bei Zuckersirup und höheren Preisen führen. In Italien und Spanien kämen beide Unternehmen zusammen auf hohe Marktanteile. Das 1783 gegründete Handelshaus ED&F Man handelt mit Agrarprodukten, betreibt aber wie Südzucker auch eigene Zuckerfabriken.

Die bisher von Südzucker in dem Wettbewerbsverfahren angebotenen Zugeständnisse hatten die Brüsseler Beamten nicht überzeugt. Der Mannheimer Konzern hatte den Einstieg bei den Briten über eine Kapitalerhöhung in Höhe von 255 Millionen Dollar (knapp 200 Millionen Euro) im Mai vergangenen Jahr angekündigt. Mit der Allianz soll die Abhängigkeit vom streng regulierten EU-Zuckermarkt gelockert werden, der Südzucker zwar relativ sichere Erlöse, aber kaum Wachstumsmöglichkeiten bietet.

Zuletzt profitierte der von süddeutschen Rübenbauern kontrollierte Konzern von höheren Verkaufspreisen bei Lebens- und Futtermitteln sowie bei Biotreibstoffen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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