Übernahme
Finanzinvestor 3i setzt auf billigen Schmuck

Nach zwei Jahren Zurückhaltung hat Finanzinvestor 3i in Deutschland wieder zugekauft: Das britische Private-Equity-Unternehmen ist bei dem Schmuckanbieter Amor eingestiegen. Im nächsten halben Jahr seien ein bis zwei weitere Deals in Deutschland möglich.
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DÜSSELDORF. Der Finanzinvestor 3i übernimmt den deutschen Schmuckhersteller Amor. Es ist der erste Neukauf des börsennotierten britischen Private-Equity-Unternehmens in Deutschland seit zwei Jahren. Amor gehörte zuvor dem Londoner Finanzinvestor Pamplona. Das hessische Unternehmen vertreibt an 1 400 Verkaufspunkten preisgünstigen Schmuck, vor allem im Preisbereich 20 bis 100 Euro.

3i hat für Amor laut der Nachrichtenagentur Reuters, die sich auf Finanzkreise beruft, 100 bis 200 Millionen Euro gezahlt. "Das Unternehmen ist sehr gut positioniert. Jetzt soll es international wachsen", sagte Peter Wirtz, Geschäftsführer von 3i Deutschland, dem Handelsblatt. Schon jetzt ist Amor in 14 Ländern aktiv, weitere sollen hinzukommen. Amor verkauft Schmuck etwa auf Flächen bei Kaufhof, Karstadt und Christ. Die Firma mit 1 300 Mitarbeitern hat keine eigene Fertigung.

Große Nachfrage nach Modeschmuck

Der Schmuckmarkt wächst nach Schätzungen des Bundesverbands der Juweliere, Schmuck- und Uhrenfachgeschäfte im laufenden Jahr mit sechs Prozent. Neben dem hochpreisigen Segment, das von der Vorliebe für Gold in der Finanzkrise profitiert, wächst auch der Bereich Modeschmuck. "Vor allem Filialisten und Markenhersteller mit hohen Marketingausgaben gehören zu den Gewinnern", sagte Verbandsgeschäftsführer Joachim Dünkelmann. 4,6 Milliarden Euro gaben die Deutschen 2009 für Uhren und Schmuck aus.

Der Finanzinvestor Pamplona war 2006 bei dem 1978 gegründeten Unternehmen Amor eingestiegen. Der Markt weckt Fantasie: In Dänemark hat der Börsengang des Schmuckherstellers Pandora im Oktober 1,5 Milliarden Euro eingebracht.

3i erwartet auf eingesetztes Kapital in der Regel eine Verzinsung von 20 Prozent im Jahr. Im nächsten halben Jahr seien ein bis zwei weitere Deals in Deutschland möglich, sagte 3i-Deutschland-Chef Wirtz.

Beraten wurde der Finanzinvestor bei dem Amor-Kauf von der Investmentboutique Hawkpoint, die erst seit kurzem mit einem eigenen Büro in Deutschland aktiv ist. Der Amor-Deal ist die erste Transaktion, die das neue Team um Ex-Jefferies-Banker Richard Markus stemmt.

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