Übernahme für 4,3 Mrd. Pfund
Corus sagt Ja zu Tata Steel

Während sich die Übernahme von Arcelor durch Mittal Steel über Monate hingezogen hat, sind sich der britisch-niederländische Stahlkocher Corus und die indische Tata Steel erstaunlich schnell näher gekommen. Kein böses Wort ist gefallen, der Deal ging glatt über die Bühne. Allerdings müssen die beiden Unternehmen noch zwei Hürden überwinden.

dih/HB LONDON. Corus hat der Übernahme durch Tata Steel zugestimmt, wie die beiden Unternehmen in einer gemeinsamen Erklärung am Freitag mitteilten. Den Corus-Aktionären sollten 455 Pence je Aktie gezahlt werden. Corus werde damit mit 4,3 Mrd. Pfund (knapp 6,4 Mrd. Euro) bewertet. Langfristiges Ziel sei, das operative Geschäft von Corus fortzuführen und sich auf Kostensenkungen, Rentabilität und Effizienz zu konzentrieren, teilte Tata Steel weiter mit.

Mit der Fusion entsteht der sechstgrößte Stahlkonzern der Welt. Bis es soweit ist, müssen aber zum einen die Corus-Aktionäre dem indischen Unternehmen ihre Papiere andienen und zum anderen die Kartellbehörden zustimmen. Allerdings hatten die Aufseher auch die Fusion der Nummer eins und zwei auf dem Stahlmarkt, Mittal Steel und Arcelor, gebilligt.

Mit dem Ja-Wort ist Philippe Varin am Ziel: Nach mehr als halbjähriger Suche hat der Chef des britisch-niederländischen Stahlkonzerns Corus den gewünschten Partner aus einem Schwellenland gefunden. Tata Steel aus Indien ist zwar viel kleiner als Corus, aber hoch profitabel. Die Kombination aus dem europäischen Stahlriesen mit technologischer Kompetenz und guten Kundenbeziehungen und dem indischen Produzenten mit Kapital, günstiger Kostenbasis und Zugang zu Rohstoffen soll die Unternehmen auf dem Weltmarkt voranbringen. Am Donnerstagnachmittag zeichnete sich bereits ab, dass der Verwaltungsrat von Corus dem Übernahmeangebot aus Indien zustimmen wird.

Perfekte Partner

Varin hatte im März angekündigt, dass er für Corus einen Partner aus Brasilien, Indien oder Russland finden will. Dieser soll mit preisgünstiger Produktion und Zugang zu Rohstoffen die im Branchenvergleich niedrigen Gewinnmargen und die Europalastigkeit des Konzerns ausgleichen helfen. Als eigene Trümpfe sieht Varin das hochmoderne Werk im holländischen Ijmuiden und die Börsennotiz in London. Schon früh erkannte er an, dass Corus bei einem solchen Zusammenschluss nicht unbedingt der Käufer sein wird.

Tata Steel rangiert zwar in der Branche bisher unter ferner liefen, hat jedoch sehr ehrgeizige Pläne. Innerhalb von 10 Jahren wollte der Konzern 20 Mrd. Dollar ausgeben, um seine Produktion auf rund 20 Mill. Tonnen im Jahr zu vervierfachen. Das könnte nun mit der halben Summe auf einen Schlag gelingen: Corus kommt auf eine Jahresproduktion von 18 Mill. Tonnen.

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