Übernahme
Gasehersteller BOC wartet auf besseres Angebot von Linde

Der Gasespezialist Linde muss nach einem britischen Zeitungsbericht bei der geplanten Übernahme des britischen Konkurrenten BOC mit einem riesigen Loch in dessen Pensionskasse rechnen. Kleinaktionäre kritisieren den deutschen Vorstoß.

LONDON. Nach Informationen des „Sunday Telegraph“ beträgt der entsprechende Fehlbetrag mindestens 455 Mill. britische Pfund(665 Mill. Euro). Das Londoner Sonntagsblatt beruft sich dabei auf den offiziellen Jahresbericht des britischen Konzerns.

BOC hat am Wochenende auf Abwehrmaßnahmen gegen das Übernahmeangebot der Linde AG verzichtet. Auf der Hauptversammlung am Freitag wiederholten Chairman Rob Margetts und Vorstandschef Tony Isaac lediglich ihre Bedenken gegen die Offerte. Die meisten Kleinaktionäre stärkten dem Vorstand den Rücken und forderten ihn auf, standhaft zu bleiben. Institutionelle Anleger spekulieren hingegen auf einen höheren Preis. Auch Isaac räumte gegenüber britischen Zeitungen ein, dass er eine deutliche Aufstockung erwarte.

Linde hielt sich zunächst bedeckt. Der Wiesbadener Konzern bietet elf Mrd. Euro für den britischen Konkurrenten. Er strebt trotz Ablehnung eine Verhandlungslösung an.

„Viele von ihnen werden sich gut an die zehnmonatige Periode schädlicher Unsicherheit vor sechs Jahren erinnern“, sagte Margetts der Hauptversammlung. Damals hatte BOC einem unter Vorbehalten stehenden Angebot von Air Products und Air Liquide zugestimmt. Das Angebot scheiterte an den US-Kartellbehörden. Der Aktienkurs schmierte so ab, dass er sich erst vor kurzem erholte. Im Fall von Linde möge es zwar weniger kartellrechtliche Vorbehalte geben, sagte der Chairman, aber auch sie drohten BOC für Monate zu lähmen. Zudem würdige das Angebot die Wachstumsaussichten nicht ausreichend.

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