Übernahme-Gerüchte
Nun bietet auch noch Nestlé für Cadbury

Der Kampf um Cadbury wird immer verrückter: Der US-Süßwarenriese Hershey prüft eine 17 Milliarden Dollar schwere Kaufofferte für den britischen Rivalen. Und offenbar prüft auch Nestlé, Cadbury ein Angebot vorzulegen.
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ebe/kk/mm/HB NEW YORK. Im Poker um den britischen Schokoladenhersteller Cadbury prüft der US-Süßwarenriese Hershey offenbar ein Gegenangebot im Alleingang. Nach Informationen des „Wall Street Journal“ sowie britischer Medien treibt die Stiftung, die Hershey kontrolliert, eine 17 Mrd. Dollar (11,4 Mrd. Euro) schwere Offerte für Cadbury voran. Insbesondere der Baranteil soll mit mindestens zehn Mrd. Dollar deutlich höher liegen als beim feindlichen Übernahmeangebot des US-Lebensmittelriesen Kraft Foods.

Nach Informationen aus Finanzkreisen würde Cadbury zwar ein Gebot von Hershey gegenüber Kraft bevorzugen. Allerdings halten die Briten auch einen Preis von 17 Mrd. Dollar noch für zu niedrig. Chairman Roger Carr betonte am Wochenende, dass Cadbury „gegenüber jeder überzeugenden Offerte eines ernsthaften Bieters aufgeschlossen“ sei.

Bisher scheute Hershey, eine 1894 gegründete Traditionsfirma, vor Zukäufen zurück. Vor sieben Jahren scheiterte eine Fusion mit Wrigley in letzter Minute.

Mit dem Schweizer Lebensmittelriesen Nestlé hat zudem angeblich ein viertes Unternehmen Appetit auf den britischen Traditionskonzern. Nestlé habe aber noch nicht über ein Angebot entschieden, meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Sonntag unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise.

Auch zwischen dem Nutella-Hersteller Ferrero, der Nummer vier im Markt, und Hershey gibt es deshalb weitere Gespräche. Nach Informationen der italienischen Wirtschaftszeitung „Il Sole 24 Ore“ sprechen die Rivalen über eine gemeinsame Offerte, der die Aufteilung des Cadbury-Konzerns folgen könnte. Demnach sollen die Bonbon- und Kaugummi-Sparte (u.a. Trident) an Ferrero gehen – ein Marktsegment, in dem die Italiener mit Marken wie Tic-Tac bisher nur schwach vertreten sind. Den Bereich Schokolade würde sich dagegen Hershey einverleiben. Dabei könnte Ferrero bis zu acht Mrd. Euro auf den Tisch legen, heißt es.

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