Übernahme
Leica bleibt Hessen treu

Die österreichische Beteiligungsgesellschaft ACM will den Kamerahersteller Leica Camera komplett übernehmen, um ihn zurück an die Spitze zu bringen. Leica-Chef Steven Lee hat das Angebot in einer ersten Stellungnahme begrüßt. Denn so wie es ausschaut, kann die Marke mit dem roten Punkt nur profitieren. Und mit ihr die Mitarbeiter in Deutschland.

FRANKFURT. Die ACM Projektentwicklung aus Salzburg hat bei Leica Camera keine Verlagerungspläne. „Ich halte nichts von Standortverlagerungen. Wir wollen Deutschland stärken. Das bedeutet Produktion in Deutschland, Forschung und Entwicklung in Deutschland und Marketing in Deutschland“, sagte Andreas Kaufmann, Geschäftsführer von ACM und zugleich Aufsichtsratschef von Leica, dem Handelsblatt.

Die Beteiligungsgesellschaft ACM hat den freien Aktionären des Kameraunternehmens in dieser Woche ein freiwilliges Übernahmeangebot unterbreitet. Sie sollen 12,50 Euro je Aktie erhalten, ein Aufschlag von knapp neun Prozent zum Schlusskurs des Unternehmens am vergangenen Freitag. Leica-Chef Steven Lee hat das Angebot in einer ersten Stellungnahme begrüßt. Es sei eine gute Offerte für die Aktionäre.

„Wir verfolgen langfristige Ziele. Leica ist der wesentliche Teil unserer Kernstrategie, Beteiligungen in der optischen Industrie einzugehen“, begründete Kaufmann das Engagement bei der hessischen Firma. ACM habe in der Vergangenheit mehrere kleinere, zumeist recht unbekannte Firmen der Branche erworben, so etwa im Raum Wetzlar.

ACM war 2004 bei der Kultfirma aus dem hessischen Solms eingestiegen, zunächst mit 27,2 Prozent. Die Beteiligungsgesellschaft ist der Industriellenfamilie Kaufmann zuzurechnen, mit den drei Brüdern Andreas, Michael und Christian Kaufmann an der Spitze.

Trend verschlafen

Das Engagement bei Leica war von Anfang nicht einfach. Das Unternehmen hatte den Trend hin zu digitalen Kameras weitgehend verschlafen. Der Versuch, mit hochwertigen Analogkameras gegenzuhalten, scheiterte.

Als Folge dessen wurde das Eigenkapital Stück für Stück aufgezehrt. Erst eine Kapitalerhöhung der damaligen Großaktionäre ACM und Hermes, des französischen Luxusherstellers, rettete die Firma. Danach stockte ACM seinen Anteil an Leica auf 88 Prozent auf. Mittlerweile halten die Österreicher über 93 Prozent des Grundkapitals.

Mittlerweile steht Leica wieder wesentlich besser da. So ist der Umsatz in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres um acht Prozent auf 51,9 Mill. Euro gestiegen. Der Verlust nach Steuern verringerte sich leicht auf 4,5 Mill. Euro. Das Management erwartet für das Ende des Geschäftsjahres im März 2007 ein leicht positives operatives Ergebnis.

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