Übernahme
Merck ist sich bei Schering sicher

Ungeachtet der Gegenwehr von Schering treibt die Merck KGaA die Übernahme des Konkurrenten voran. Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern hat genaue Zukunftspläne. Merck hat sogar schon einen bekannten Manager verpflichtet, der die Schering-Integration vorantreiben soll.

HB FRANKFURT. Lufhansa-Finanzchef Karl-Ludwig Kley soll die Nummer zwei in der Geschäftsleitung des Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzerns Merck werden. Die Ernennung gelte vorbehaltlich der Auflösung des Vertrages zwischen Kley und Lufthansa, teilte Merck am Montag in Darmstadt mit. Der Aufsichtsrat der Lufthansa will am 22. März über einen Nachfolger für Kley entscheiden.

Kley solle seinen neuen Job als stellvertretender Vorsitzenden der Geschäftsleitung der Merck KGaA am 1. September antreten, hieß es von Merck. Er soll dort für die Integration von Schering nach der geplanten Übernahme des Berliner Pharmakonzerns verantwortlich sein. Der 54-jährige Manager ist bei Merck kein Unbekannter. Seit 2004 ist Kley Mitglied im Gesellschafterrat der E. Merck OHG, in dem die Familieneigentümer von Merck ihre Interessen gebündelt haben.

Merck KGaA will den Berliner Konkurrenten Schering im Rahmen eines feindlichen Übernahmeangebots für 14,6 Mrd. Euro übernehmen. Merck bietet den Schering-Aktionären 77 Euro je Aktie in bar. „Dies ist ein idealer Zusammenschluss für beide Unternehmen“, erklärte Merck-Chef Michael Römer am Montag. Wettbewerbsrechtliche Hürden sieht Merck nicht. Die Schering-Aktie gewann am Montag vorbörslich 17 Prozent.

Für die Zeit nach der Übernahme hat Merck schon genaue Pläne: Das Unternehmen will Schering entgegen Medienspekulationen nicht zerschlagen. „Eine Zerschlagung wäre widersinnig“, sagte Merck-Aufsichtsratschef Wilhelm Simson am Montag auf einer Telefonkonferenz. Merck plane auch keinen Verkauf seines eigenen Chemiegeschäfts. „Mercks erfolgreiches Geschäftsmodell in Pharma und Chemie wird durch den Zusammenschluss gestärkt“, sagte Simson.

„Der Zusammenschluss werde zwei Onkologie-Geschäfte zusammenbringen, die sich sehr gut ergänzen“, sagte Pharmavorstand Elmar Schnee. Schering sei für Merck die erste Wahl gewesen. Onkologie ist die Fachrichtung der Medizin, die sich mit der Erforschung und Behandlung von Tumorerkrankungen wie Krebs beschäftigt. Merck erwartet aus der Übernahme des Konkurrenten nach vorläufigen Berechnungen Synergien von rund 500 Mill. Euro pro Jahr. Diese sollen ab 2009 in voller Höhe erreicht werden.

Seite 1:

Merck ist sich bei Schering sicher

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%