Die Finanzierung des Angebots ist entgegen anderslautender Gerüchte offenbar gesichert. Sonst hätte die Finanzaufsicht die Offerte nicht genehmigt. Die noch laufende Prüfung der sogenannten Swap-Geschäfte, mit denen sich Schaeffler 36 Prozent der Conti-Aktien sichern will, habe keinen direkten Zusammenhang mit der Übernahme, sagte eine Behördensprecherin.
Schaeffler verwies darauf, dass der Zusammenschluss einer großen industriellen Logik folge. „Wer in der weltweiten Automobilzuliefererindustrie als Entwicklungspartner innovative Gesamtlösungen aus einer Hand anbieten will, verbessert seine Zukunftschancen deutlich, wenn er seine mechanische, mechatronische, Elektronik- und Software-Kompetenz integriert“, sagte Geißinger.
Die Vorzüge der Reifensparte von Conti erwähnt Schaeffler in der Stellungnahme nicht. Experten zufolge werden die Franken die Gummi-Segmente nach der Übernahme verkaufen wollen, um mit dem Erlös einen Teil des Schuldenberges abzutragen. Dieser wird sich der Unterlage zufolge nach der Übernahme von Conti auf 31 Mrd. Euro belaufen - bei einem Eigenkapital von 4,4 Milliarden. „Durch Schaeffler wird es keine Zerschlagung der Continental AG oder einen Verkauf des Reifengeschäfts geben“, bekräftigte Schaeffler allerdings. „Zu einer Verlagerung oder einem Abbau von Arbeitsplätzen wird es in Folge des Angebots nicht kommen.“
Schaeffler will Conti-Management an Bord halten
Der Familienkonzern will nach einer Übernahme sämtliche Vorstände des Automobilzulieferers an Bord halten. Die Herzogenauracher würden es begrüßen, „wenn die gegenwärtigen Mitglieder des Vorstands ihre Positionen auch nach Vollzug des Angebots beibehalten würden, um den künftigen Erfolg von Continental zu sichern“, hieß es in der am Mittwoch vorgelegten Angebotsunterlage.
Auch an der Zusammensetzung des Aufsichtsrates aus zehn Arbeitnehmervertretern und zehn Repräsentanten der Kapitalseite solle sich nichts ändern, erklärte Schaeffler. Der Wälzlagerhersteller wolle jedoch „angemessen“ im Kontrollgremium vertreten sein. Der Vorsitzende der Geschäftsleitung von Schaeffler, Jürgen Geißinger, hatte zuvor betont, Schaeffler strebe dabei nicht notwendigerweise den Vorsitz im Aufsichtsrat an.