Übernahme
Rhön-Gründer verkauft Anteile an Fresenius

Die Übernahme des Klinikbetreibers durch den Gesundheitskonzern Fresenius verlief bisher eher schleppend. Doch nun hat der Rhön-Gründer sein Aktienpaket abgestoßen. Andere Investoren folgen dem Beispiel.
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FrankfurtFresenius kommt mit seinem Übernahmeangebot für den Klinikbetreiber Rhön-Klinikum ein gutes Stück voran. Nach Rhön-Klinikum-Gründer und Ankeraktionär Eugen Münch hat auch der zweitgrößte Rhön-Anteilseigner angekündigt, sein Aktienpaket an Fresenius zu verkaufen. Der schwedische Pensionsfonds Alecta hält nach eigenen Angaben 9,13 Prozent an Rhön-Klinikum und ist seit Jahren auch an Fresenius beteiligt. "Diese Verbindung hat das Potenzial, eine noch stärkere Einheit zu schaffen. Sie schafft Möglichkeiten für deutliche Synergien", begründete Portfolio-Manager Leif Törnvall von Alecta die Entscheidung. Er glaube an den Erfolg der Übernahme.

Fresenius bietet 3,1 Milliarden Euro für das Unternehmen aus Bad Neustadt an der Saale. Die Übernahme kommt allerdings nur zustande, wenn der Gesundheitskonzern aus Bad Homburg bis 27. Juni 90 Prozent der Anteile einsammeln kann. Mit dieser Mehrheit muss die Hauptversammlung von Rhön-Klinikum strategischen Entscheidungen zustimmen. Noch kann Fresenius nur auf knapp 28 Prozent der Anteile bauen. Münch und seine Ehefrau haben ihre 12,45 Prozent nun wie im April angekündigt eingereicht. Der US-Investor John Paulson, der rund 3,6 Prozent an Rhön aufgekauft hatte, will die gebotenen 22,50 Euro ja Aktie ebenfalls annehmen. Bis zum vergangenen Freitag hatten zwar erst 2,55 Prozent der Rhön-Aktionäre an Fresenius verkauft. Bei öffentlichen Übernahmeangeboten ist es aber üblich, dass institutionelle Investoren ihre Papiere erst auf den letzten Drücker einreichen.

Um möglichst viele Kleinaktionäre anzusprechen, deren Anteil sich nach Angaben von Fresenius auf einen hohen einstelligen Prozentsatz beläuft, hatte Fresenius Anzeigen in deutschen Regionalzeitungen geschaltet. Doch an der Börse sind noch nicht alle Marktteilnehmer überzeugt, dass der Konzern mit seinem Gebot erfolgreich sein wird: Die Rhön-Aktie notierte am Montag mit 21,45 Euro noch gut einen Euro unter der Offerte, die um mehr als die Hälfte über dem vorherigen Kurs liegt.

Für Unsicherheit sorgen Meldungen von Großbanken wie der SEB und der schweizerischen UBS, die sich direkt oder über Optionen teils zweistellige Anteile an Rhön-Klinikum gesichert haben. Allein die schwedische SEB hat eine Position von gut 15 Prozent aufgebaut. Im Umfeld einer Hauptversammlung, wie sie am vergangenen Mittwoch bei Rhön-Klinikum stattfand, sind solche Transaktionen nicht ungewöhnlich. Doch wer dahintersteckt und mit welchen Absichten, bleibt offen.

In dem Übernahmeangebot hatte Fresenius sich vorbehalten, sich auch mit einer niedrigeren Schwelle zufriedenzugeben. Das müsste aber vor Ablauf der Offerte angekündigt werden - sonst wäre sie gescheitert, wenn der Konzern die 90-Prozent-Marke reißt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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