Übernahme
Rhön-Klinikum will Fresenius-Angebot annehmen

Für den Gesundheitskonzern rückt die Übernahme des Rhön-Klinikum näher: Der Rhön-Vorstand spricht sich für eine Annahme des Angebots aus. Zur Arbeitsplatz- und Standortsicherung wurde eine Vereinbarung geschlossen.
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FrankfurtDer Gesundheitskonzern Fresenius hat bei der geplanten Übernahme von Rhön-Klinikum eine wichtige Hürde genommen. Der Vorstand des fränkischen Krankenhausbetreibers werde seinen Aktionären die Annahme des Fresenius-Angebots empfehlen, teilte der Konzern am Donnerstag mit und bestätigte damit Informationen der Nachrichtenagentur Reuters.

Beide Konzerne hätten eine Grundsatzvereinbarung über eine Arbeitsplatz- und Standortsicherung sowie zur Integration von Rhön-Klinikum in den Fresenius-Konzern für den Fall abgeschlossen, dass das Angebot erfolgreich ist.

Fresenius muss mehr als 90 Prozent der Rhön-Aktien einsammeln, damit die Übernahme gelingt. Diese Hürde hat Konzernchef Ulf Schneider gesetzt, weil sie die Rhön-Satzung für alle wichtigen Entscheidungen vorschreibt.

Fresenius hat das Übernahmeangebot am 18. Mai vorgelegt, die Annahmefrist läuft bis einschließlich 27. Juni. Durch den Zusammenschluss der Fresenius-Tochter Helios mit Rhön würde der unangefochtene Marktführer unter den privaten Klinikbetreibern in Deutschland entstehen.

Damit Rhön-Aktionäre den Brief ihrer Depot-Bank nicht links liegen lassen und vergessen, ihre Papiere anzudienen, schaltete Fresenius am Donnerstag Anzeigen in über 50 Regional- und Lokalzeitungen in Deutschland. Der Konzern wirbt darin, dass der Angebotspreis von 22,50 Euro je Aktie deutlich über dem Rhön-Aktienkurs vor dem Übernahmeangebot liegt. „52 Prozent Prämie - Handeln Sie jetzt“, heißt es in der Anzeige.

Fresenius hatte das Übernahmeangebot für Rhön am 26. April angekündigt und vorab die Unterstützung von Rhön-Gründer Eugen Münch eingeholt, der mit seiner Familie eine Sperrminorität von 12,5 Prozent an dem Unternehmen hält. Viele im Rhön-Vorstand waren über den Alleingang von Münch verärgert und haben deshalb auch Alternativen zur Fresenius-Offerte geprüft.

Bisher sei jedoch kein Gegenangebot in Sicht, sagten mehrere Insider zu Reuters. Es sei zwar weiter nicht ausgeschlossen, dass später ein alternatives Angebot einlaufe, aber jetzt müsse man sich erst mal mit dem vorliegenden Angebot beschäftigen, sagte eine Person aus dem Umfeld von Rhön-Klinikum.

Noch vor einer möglichen Übernahme durch Fresenius kehrt der erste Vorstand dem Klinikbetreiber Rhön den Rücken. Irmgard Stippler scheide mit sofortiger Wirkung und auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand und dem Unternehmen aus, teilte Rhön-Klinikum am Donnerstag mit. Stippler war im Vorstand für Materialwirtschaft, IT und das Universitätsklinikum Gießen und Marburg zuständig, das zur Rhön-Gruppe gehört.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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