Übernahme
Siemens setzt auf Solar

Der Siemens-Konzern setzt beim Ausbau seines Solargeschäfts auf die Entwicklung von Großkraftwerken. Die Münchener schlagen damit einen anderen Weg ein als der Konkurrent Bosch und andere deutsche Solarfirmen wie Solarworld oder Q-Cells, die Solaranlagen vor allem für Hausdächer bauen.

FRANKFURT. Vorstandschef Peter Löscher schwebt dagegen die Entwicklung von solarthermischen Kraftwerken vor, wie sie in Spanien und im Süden der USA gebaut werden. Diese Solargroßprojekte würden von den großen Energiekonzernen nachgefragt, seien also eine ideale Abrundung der Angebotspalette, hieß es im Konzern. Siemens ist einer der größten Hersteller konventioneller Kraftwerke, die Strom aus Gas, Kohle oder Uran gewinnen.

Das Geschäft mit Sonnenenergie, das sich in den vergangenen Jahren zu einem Milliardenmarkt entwickelt hat, spielte bislang bei Siemens eine untergeordnete Rolle. Dies soll sich nun mit dem Erwerb der israelischen Solel Solar Systems ändern. Der Münchener Konzern bestätigte am Donnerstag Handelsblatt-Informationen, wonach er sich im Bieterrennen gegen die Konkurrenten Areva und Alstom durchgesetzt hat. Der Kaufpreis für 100 Prozent der Anteile beläuft sich der Mitteilung zufolge auf rund 284 Millionen Euro.

Die israelische Gesellschaft gilt neben der deutschen Schott Solar als Weltmarktführer bei solarthermischen Kraftwerken. Experten erwarten hier einen Boom, setzen doch auch die Initiatoren des Mammutprojekts Desertec, zu denen auch Siemens zählt, auf diese Technik. Desertec sieht den Bau von Solarkraftwerken in Afrika vor. Kostenpunkt: rund 400 Mrd. Euro.

Mit Solel kaufen die Süddeutschen einen der Pioniere der Solarthermie. Bereits in den 80er-Jahren lieferte das Unternehmen Anlagen für ein Großprojekt in der kalifornischen Mojave-Wüste. Das solare Kraftwerk liefert noch heute Strom für rund eine Million Haushalte. Erst kürzlich erhielten die Israelis einen Folgeauftrag für die Erweiterung der Anlage.

Solel will sein weltweites Geschäft ausweiten und will dies dem Vernehmen nach unter dem Dach eines Partners machen. Siemens sei mit seiner globalen Präsenz der ideale Käufer, hieß es in den Kreisen.

Größter Eigentümer von Solel ist bislang mit 51 Prozent der britische Investmentfonds Ecofin. Dieser hatte erst im letzten Jahr 125 Mio. Dollar für die Beteiligung auf den Tisch geblättert. Nach Medienberichten kam das israelische Unternehmen im ersten Halbjahr auf einen Umsatz von über 80 Mio. Dollar.

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