Übernahme von Conti
Schaeffler greift sich Elektronik-Spezialisten

Das fränkische Familienunternehmen Schaeffler hat den Machtkampf um den Dax-Konzern Continental für sich entschieden. Mit dem niedersächsischen Spezislisten in Sachen Elektronik will sich der Wälzlagerhersteller in der Branche behaupten. Doch allzugroße Synergien erwarten Experten nicht.

HB HANNOVER. Nach wochenlangem Gezerre und öffentlichen Attacken auf die Gegenseite gab Conti seinen zuletzt aussichtslosen Widerstand auf. Conti-Chef Manfred Wennemer zieht die Konsequenzen aus der Niederlage und tritt zurück. Zuletzt rang Wennemer Schaeffler aber hinter verschlossenen Türen noch ein höheres Angebot und Garantien für Standorte und Beschäftigte ab. Die Nachfolge Wennemers soll bald geregelt werden: Zum neuen Konzernchef wird der Aufsichtsrat am Wochenende voraussichtlich Technikvorstand Karl-Thomas Neumann oder Finanzchef Alan Hippe bestimmen.

Schaeffler sieht sich am Ziel seiner Wünsche. „Wir haben von Anfang an auf eine konstruktive Einigung im Interesse beider Unternehmen, ihrer Mitarbeiter, Kunden und Anteilseigner gesetzt. Damit schaffen wir die Voraussetzung für die Kombination zweier deutscher Technologieführer, die innovative Lösungen für die künftigen Herausforderungen der Automobilindustrie liefern wird“, freute sich Schaeffler-Chef Jürgen Geißinger.

Schaeffler darf in den nächsten vier Jahren bis zu 49,9 Prozent an Conti übernehmen - und wird den Dax-Konzern damit faktisch kontrollieren. Die Firma aus Herzogenaurach zahlt den Conti-Aktionären nun 75 Euro je Aktie, fünf Euro mehr als bislang offeriert. Das taxiert den weltweit viertgrößten Autozulieferer auf gut zwölf Mrd. Euro. Den Arbeitnehmern sichert Schaeffler umfangreichen Bestandsschutz zu. Einer frühestens 2014 kündbaren Vereinbarung zufolge darf Schaeffler Conti nicht zerschlagen, etwa um mit dem Verkauf von Firmenteilen seinen Einstieg zu finanzieren. Auch Börsennotierung und Dax-Mitgliedschaft von Conti sollen erhalten bleiben.

Beschäftigte, Kunden und Politiker reagierten erleichtert auf die Einigung. „Standorte und Beschäftigung sind gesichert. Die Mitbestimmung bleibt in vollem Umfang erhalten“, sagte Conti-Aufsichtsratsvize Werner Bischoff von der IG BCE. Auch Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff und der größte Schaeffler- und Conti-Kunde VW begrüßten die Einigung.

Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Fachhochschule Gelsenkirchen sieht in dem Deal „ein gutes Geschäft für die deutsche Automobilindustrie“. Der Deutschen Welle sagte Dudenhöffer, vor allem die Innovationskraft werde gestärkt. „Ich glaube, darauf vertrauen die Automobilindustrie und insbesondere die deutschen Automobilhersteller. Die sind gut unterwegs mit beiden, die haben sich schließlich auch für die Zusammenlegung ausgesprochen.“

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