Übernahme von Endesa
Spanien lässt Eon gewähren

Spanien wird die von Eon geplante Übernahme des Stromkonzerns Endesa nicht blockieren. Allerdings, so berichten mehrere spanische Zeitungen, hat das Land dem deutschen Energieversorger einige Auflagen mit auf den Weg gegeben. Demnach kommt es aber nicht zum Äußersten.

HB/juf/scm DÜSSELDORF/MADRID. Die Energieaufsichtsbehörde CNE habe beschlossen, kein Veto einzulegen, sagte eine Sprecherin der Behörde am Donnerstag in Madrid. Ob und welche Auflagen Eon erfüllen müsse, werde aber noch entschieden. Details würden auf einer Pressekonferenz am Freitagmittag genannt.

Für den deutschen Energiekonzern ist die Entscheidung der CNE zwar nicht die letzte, aber die wichtigste Hürde bei der geplanten Übernahme des größten spanischen Stromversorgers. Eon wollte sich am Donnerstagabend zunächst nicht zu der Entscheidung der CNE äußern.

Seit Eon im Februar seine 27 Mrd. Euro schwere Offerte präsentiert hat, stößt das Unternehmen in Spanien auf politische Widerstände. Die spanische Regierung unterstützte bislang offen das konkurrierende Gebot des heimischen Gasversorgers Gas Natural. Per Dekret hatte sie die CNE deshalb ermächtigt, die Pläne von Eon zu prüfen und gegebenenfalls zu blockieren.

Offenbar auf Druck der EU-Kommission sieht Spanien nun aber von einer kompletten Blockade ab. Die EU-Kommission hat Spanien eindringlich vor protektionistischen Maßnahmen gewarnt und droht mit einem Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof.

Allerdings könnten strenge Auflagen der Spanier die Übernahme für Eon noch unrentabel machen. An der Börse wird allerdings damit gerechnet, dass die Auflagen für Eon akzeptabel sind. Die Eon-Aktie legte am Donnerstag um 5,1 Prozent zu, Endesa stiegen um 4,3 Prozent.

Eon muss sich offenbar von großen Teilen Endesas trennen

Mehrere Zeitungen in Spanien berichten am Freitag, die Energieaufsicht werde von Eon die Abgabe von Unternehmensteilen Endesas in einer Größenordnung von 30 bis 40 Prozent verlangen. Verkauft werde müsse das Kernkraftwerk Asco I, das Stromgeschäft auf den spanischen Inseln und die Stromerzeuger, die mit subventionierter spanischer Kohle betrieben werden, schreiben die Zeitungen „Cincodias“, „Negocios“ und „Expansion“ in ihren Online-Ausgaben. Für den Verkauf werde eine Frist von 12 Monaten gesetzt. Die CNE fordert laut den Berichten auch, dass die Endesa-Beteiligungen an Werken abgegeben werden müssen, die gemeinsam mit der Union Fenosa SA und der Iberdrola SA betrieben werden. Der Endesa-Hauptsitz müsse zudem für zehn Jahre in Spanien angesiedelt sein. Der Regulierer behalte sich zudem das Recht vor, die Bedingungen zu überarbeiten, sollte ein drittes Unternehmen mehr als 50 Prozent an Eon kaufen.

In der Vergangenheit hatte es auch immer wieder Spekulationen gegeben, die CNE könne von Eon eine Trennung von der Tochter Ruhrgas fordern. Dies haben Analysten als für Eon inakzeptabel bezeichnet, weil die 2003 übernommene Gastochter zu den wichtigsten Umsatz- und Ergebnisbringern des Konzerns gehört.

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