Übernahme von Endesa
Spanien stellt Eon harte Bedingungen

Spanien hat Eon im Übernahmekampf um Endesa schwere Steine in den Weg gelegt: Die spanische Energieaufsichtsbehörde CNE hat die 27 Mrd. Euro teure Offerte nur unter strengen Auflagen genehmigt. Der deutsche Konzern ließ vorerst offen, ob er die Auflagen akzeptieren wird.; er will den Bescheid der Behörde erst ausführlich prüfen.

DÜSSELDORF. Nach dem Bescheid der Behörde darf Eon den größten spanischen Stromkonzern zwar übernehmen, falls er die Aktionäre überzeugen kann. Die CNE nannte aber 19 Bedingungen. Sie begründete dies mit dem Argument der Versorgungssicherheit.

Bei einem Kauf des spanischen Stromkonzerns müsste Eon dessen Geschäft auf den Balearen und den Kanarischen Inseln verkaufen und Beteiligungen an Atom- und Kohlekraftwerken abgeben. Alles in allem müsste sich Eon von rund einem Drittel der Stromerzeugung in Spanien trennen. Die CNE schreibt zudem vor, dass Eon Endesa wieder verkaufen muss, falls ein drittes Unternehmen mehr als 50Prozent am deutschen Konzern erwirbt.

Analysten bezeichneten die Auflagen als streng. Viele rechnten aber dennoch damit, dass Eon den Bescheid akzeptieren wird. Die Alternative für Eon wäre der Rechtsweg, der sich aber sehr lange ziehen kann.

Eon will mit der Übernahme des spanischen Konkurrenten an die Spitze der weltgrößten Strom- und Gaskonzerne vorstoßen. Die beiden Unternehmen versorgen über 50 Mill. Kunden in 30 Ländern mit Strom und Gas. 2005 setzten die beiden Unternehmen zusammen gerechnet rund 75 Mrd. Euro um und beschäftigten 107 000 Mitarbeiter. Mit Endesa würde Eon nicht nur zur Nummer eins in Spanien aufsteigen, sondern auch Aktivitäten in Italien, Frankreich und erstmals auch Lateinamerika übernehmen.

Nicht die letzte Hürde

Für Eon war die Entscheidung der CNE dabei nicht die letzte, aber die größte Hürde. Lange hatte es schließlich so ausgesehen, als wolle Spanien die Pläne komplett blockieren. Deutschlands größter Energiekonzern hatte im Februar mit seiner Offerte das Gebot des größten spanischen Gasversorgers Gas Natural gekontert. Dieses liegt zwar um rund 7 Mrd. Euro niedriger und wird von der Endesa-Führung als feindlich abgelehnt. Die spanische Regierung, die gerne einen großen nationalen Energiechampion schaffen wollte, unterstützte die Pläne von Gas Natural allerdings aktiv. Per Dekret erweiterte sie die Befugnisse der CNE und ermächtigte die Behörde Eons Pläne zu prüfen und gegebenenfalls zu blockieren. Sie riskierte dafür sogar einen Streit mit der EU-Kommission, die Spanien Protektionismus vorwirft, das Dekret prüft und mit einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof droht. Darüber will die EU im September entscheiden. Selbst wenn Eon den Bescheid akzeptieren sollte, wird die Kommission die Auflagen kritisch prüfen.

Würde Eon die Auflagen akzeptieren, würde der Konzern zwar einen Schritt voran gekommen, wäre aber noch nicht am Ziel. Zwar gilt der finanzstarke Konzern im Bieterwettstreit mit Gas Natural als klarer Favorit. Die spanische Börsenaufsicht CNMV kann diesen allerdings voerst nicht starten, da die Offerte des spanischen Gasversorgers durch eine Klage Endesas vor zwei Gerichten blockiert ist. Diese prüfen, ob Gas Natural mit Konkurrenten wettbewerbswidrige Absprachen getroffen hat. Das Endesa-Management hat zwar wiederholt angekündigt, die Klagen zurück zu ziehen, falls Eon grünes Licht erhält und dann den Aktionären die Entscheidung zu überlassen. In den vergangenen Tagen verlautete aus dem Konzern aber auch, er werde sich die Auflagen der CNE genau anschauen.

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