Übernahme von Intercell
Novartis "nicht erpicht auf eine Transaktion"

Der Impfstoffhersteller Intercell ist angeschlagen und wirbt um Investoren - auch der Pharmakonzern Novartis war im Gespräch. Ein Insider der Firma wiegelt nun jedoch ab: Es gebe keinen Grund für eine Übernahme.
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ZürichDer Schweizer Pharmariese Novartis ist Kreisen zufolge derzeit nicht an einer Übernahme des angeschlagenen Wiener Impfstoffherstellers Intercell interessiert. „Novartis ist nicht erpicht auf eine Transaktion“, sagte eine mit dem Unternehmen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Die Schweizer hätten selbst eine Reihe an vielversprechenden Impfstoffkandidaten im Portfolio.

„Warum sollte Novartis Intercell übernehmen, wenn der Konzern bereits Zugriff auf die Pipeline hat?“, sagte die Person.

Intercell ist nach einer Reihe von Fehlschlägen auf der Suche nach Geldgebern und hat dafür auch eine Übernahme durch einen großen Pharmakonzern ins Auge gefasst. Als wahrscheinlichster Kandidat galt dafür bislang Novartis: Die Schweizer haben bereits knapp 15 Prozent der Anteile. Sie kooperieren mit Intercell bei dem einzigen Produkt, das die Wiener bisher am Markt haben: einen Impfstoff gegen die Tropenkrankheit Japanische Enzephalitis.

Zudem haben sie Zugriff auf die wirkungsverstärkende Technologie Adjuvans IC31 und können diese bei eigenen Entwicklungen - etwa von Grippeimpfstoffen - benutzen. Novartis wollte sich zu den Informationen nicht äußern. „Der Grund für die strategische Partnerschaft mit Intercell war Zugang zur Entwicklung von Impfstoffen zu bekommen, und das hat sich nicht verändert“, sagte Novartis-Impfstoff-Chef Andrin Oswald.

Die 1997 gegründete Intercell hatte im vergangenen Jahr einen Verlust von gut 225 Millionen Euro verbucht. Nach weiteren Rückschlägen - etwa in der Entwicklung eines Impfstoffs gegen Antibiotika-resistente Infektionen - brach die Aktie ein. Das Unternehmen, das an der Börse einst 1,6 Milliarden Euro wert war, ist nun für rund 145 Millionen Euro zu haben.

Bislang hat trotz der Talfahrt aber noch keiner der großen Konzerne zugeschlagen. Das hindert Intercell-Chef Thomas Lingelbach aber nicht, das Unternehmen weiter als „attraktives Übernahmeziel“ anzupreisen. Dabei hat Intercell nicht nur strategische Käufer, sondern auch Finanzinvestoren im Blick.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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