Übernahme von Macarthur Coal
Arcelor-Mittal greift nach Kohlenmine

Arcelor-Mittal baut seine Rohstoffbasis aus. Der weltgrößte Stahlhersteller hat sich mit einem Anteil von 14,9 Prozent an der australischen Kohlenmine Macarthur Coal beteiligt. Beobachter gehen allerdings davon aus, dass Arcelor-Mittal im nächsten Schritt ein Angebot zum Kauf des gesamten Unternehmens vorlegen wird.

DÜSSELDORF. Denn Konzernchef Lakshmi Mittal verfolgt eine grundlegend andere Rohstoffstrategie als die meisten westeuropäischen Konkurrenten. Er hat sich in den vergangenen Jahren rund um den Globus gezielt in Bergwerke eingekauft.

Deshalb ist Arcelor-Mittal weniger von dem enormen Preisanstieg der Rohstoffe betroffen. Im Vergleich zum Vorjahr verteuerte sich Eisenerz auf Dollarbasis um 66 Prozent, der Preis für Kokskohle stieg sogar um 200 Prozent. Zwar fängt der starke Euro 15 Prozent der Belastungen auf. Auf die deutschen Stahlhersteller kommt dennoch nach Angaben der Wirtschaftsvereinigung Stahl ein Kostenschub von 3,2 Mrd. Euro zu.

Davon betroffen sind auch die beiden größten deutschen Stahlhersteller Thyssen-Krupp und Salzgitter. Beide Unternehmen hatten in den vergangenen Jahren bewusst auf eine Rückwärtsintegration verzichtet, weil sie davon ausgingen, dass mit steigenden Rohstoffpreisen das weltweite Angebot steigen und sich infolgedessen die Lage bald wieder entspannen werde. Stattdessen investierten Thyssen-Krupp und Salzgitter in die Verbesserung der Qualität ihre Produkte.

Ganz anders agiert der weltweite Branchenprimus: Den Bedarf an Kokskohle kann Arcelor-Mittal schon heute zu zwölf Prozent aus eigenen Quellen decken. Bei Eisenerz, dem wichtigsten Rohstoff zur Produktion von Roheisen, beträgt der Selbstversorgungsgrad sogar 45 Prozent. Vor kurzem hatte der Konzern mit Sitz in Luxemburg für 650 Mill. Dollar in bar zwei Kohleminen vom russischen Konkurrenten Severstal übernommen. Auch in Mosambik sicherte sich Arcelor-Mittal Optionen auf Kohlegruben. Arcelor-Mittal hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2012 drei Viertel seines Eisenerzbedarfs aus eigenen Minen zu decken. Dafür sollen insgesamt fünf Mrd. Dollar investiert werden, schwerpunktmäßig in den afrikanischen Staaten Liberia und Senegal.

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