Übernahme von Messer Griesheim stärkt Position des Weltmarktführers für Industriegase: Air Liquide bringt Linde in Bedrängnis

Übernahme von Messer Griesheim stärkt Position des Weltmarktführers für Industriegase
Air Liquide bringt Linde in Bedrängnis

Der französische Konzern Air Liquide übernimmt für knapp 2,7 Mrd. Euro die Aktivitäten der Messer-Griesheim-Gruppe in Deutschland, Großbritannien und den USA. Der Erwerb dieses Geschäfts mit gut 1 Mrd. Euro Umsatz bringt neue Bewegung in den Markt für Industriegase.

PARIS/FRANKFURT. Die verbleibenden Aktivitäten in Europa, China und Peru mit zusammen 470 Mill. Umsatz werden in einer neu formierten Messer Griesheim weitergeführt, die sich voll im Besitz der Gründerfamilie befindet. Die bisherigen Miteigner Allianz Capital Partners und Goldman Sachs verkaufen im Zuge des Deals ihre Anteile von jeweils einem Drittel.

Air Liquide baut mit der Transaktion ihre Führung auf dem Weltmarkt deutlich aus, während die Konkurrenten Linde und Praxair, die sich ebenfalls für Teile des Messer-Geschäfts interessierten, leer ausgehen.

Allerdings rechnet Air-Liquide- Chef Benoît Potier noch mit erheblichen Auflagen der Kartellbehörden in den USA und der EU. „Bis zu 20 Prozent“ von Messer Griesheim werde Air Liquide wohl weiterverkaufen müssen, um eine Genehmigung der Wettbewerbshüter zu erhalten. Das würde den Kaufpreis um etwa 500 Mill. Euro drücken.

Angesichts der bereits hohen Konzentration in dem Geschäft ist der Spielraum für weitere Übernahmen oder große Merger relativ eng. Im Jahr 2000 untersagte die amerikanische Federal Trade Commission (FTC) Air Liquide die Übernahme und Aufteilung des britischen Konkurrenten BOC. Eine Fusion mit dem französischen Versorger Suez lehnte Air Liquide ein Jahr später selber ab. Dessen ungeachtet sehen Analysten vor allem Linde und BOC unter stärkerem Druck, ihre Position zu verstärken. „Das erweiterte Deutschland-Geschäft bietet für Air Liquide eine exzellente Basis für die weitere Expansion nach Osteuropa“, sagt Christian Weiz von der Hypo-Vereinsbank. Die Börse reagierte zunächst skeptisch auf den Deal. Die Aktie von Air Liquide gab in einem stagnierenden Markt an der Pariser Börse zwischenzeitlich gut 2 % auf 135,50 Euro nach. Die Analysten von Merrill Lynch halten den Preis, das 2,6fache des Umsatzes, für zu hoch. Konkurrenten würden nur mit dem Zweifachen ihres Jahresumsatzes bewertet. „Es sieht aus wie ein Präventivschlag, weil auch Konkurrenten an einer Übernahme von Messer Griesheim interessiert waren“, sagte Analyst Tony Cox von der Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein.

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