Übernahme von Nestlés Anteil an Alcon
Novartis zahlt Milliarden für Augenheilunternehmen

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis will in zwei Schritten von dem Nahrungsmittelkonzern Nestlé dessen 77-Prozent-Beteiligung am amerikanischen Augenpflegemittel-Hersteller Alcon übernehmen. Schon für die erste Tranche macht Novartis elf Milliarden Dollar locker.

HB ZÜRICH. In einem ersten Schritt übernimmt Novartis nach Angaben vom Montag ein Paket von knapp 25 Prozent. Für die zweite Tranche von 52 Prozent, die mit rund 28 Mrd. Dollar bewertet wird, haben die beiden Firmen Kauf- und Verkaufsoptionen vereinbart, die von Januar 2010 bis Juli 2011 von beiden Seiten ausgeübt werden können. Nestlés Anteil wird also auf insgesamt 39 Mrd. Dollar taxiert.

Alcon stellt Geräte für die Augenchirurgie, Medikamente gegen Augenkrankheiten und Produkte für die Kontaktlinsenpflege her und kam 2007 bei einem Umsatz von 5,6 Mrd. Dollar auf einen Gewinn von 1,6 Mrd. Dollar.

Der Novartis -Konzern, der im vergangenen Jahr 38,1 Mrd. Dollar umsetzte, ist mit Kontaktlinsen und Medikamenten bereits in der Augenheilkunde tätig. Allerdings würden sich die Bereich nicht überschneiden, so dass Novartis -CEO Daniel Vasella nicht mit Widerstand der Wettbewerbsbehörden rechnet. Der erste Schritt der Transaktion dürfte in der zweiten Jahreshälfte 2008 abgeschlossen werden.

Novartis will die Transaktion mit internen Liquiditätsreserven und kurzfristigen Krediten finanzieren. Der Fremdkapitalbedarf werde auf 5,5 Mrd. Dollar geschätzt. Novartis rechne in den kommenden zwei Jahren mit einem guten Cash flow, sodass eine Kapitalerhöhung auch nicht für die zweite Tranche notwendig sein dürfte, sagte Vasella.

Nestlé will den Verkaufserlös von zunächst rund elf Mrd. Dollar, der als Kapitalgewinn steuerfrei ist, einerseits zur Schuldentilgung verwenden. Andererseits werde der Ertrag dazu beitragen, "die Möglichkeiten für profitables Wachstum" intern und extern in den Bereichen Nahrungsmittel, Gesundheit und Wohlbefinden wahrzunehmen, teilte der größte Nahrungsmittelkonzern der Welt weiter mit. Im Gewinn des Jahres 2008 wird sich der Geldzufluss ebenfalls niederschlagen. 2007 erzielte Nestlé einen Gewinn von rund 10,7 Mrd. Franken.

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