Übernahme von Roth & Rau
Meyer Burger knackt die 50 Prozent

Durchbruch für Meyer Burger: Die Schweizer Solarfirma steht unmittelbar vor der Übernahme des sächsischen Konkurrenten Roth & Rau. Ausschlaggebend ist der Sinneswandel des Großaktionärs Jürgen Gutekunst.
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DüsseldorfKurz vor Toresschluss ist der Schweizer Solarfirma Meyer Burger bei der Übernahme des Rivalen Roth & Rau der Durchbruch gelungen: Der Großaktionär und Eigentümer der Solarfirma Rena, Jürgen Gutekunst, gab seinen Widerstand auf. Er diente Meyer Burger am 20. Juni sein Aktienpaket von 19,90 Prozent an, wie Roth & Rau am Freitag mitteilte. Damit steigt der Anteil von Meyer Burger an dem sächsischen Solar-Maschinenbauer rein rechnerisch auf über 50 Prozent. Kurz vor Ablauf der ersten Annahmefrist Anfang Juni hatten die Schweizer noch einen Anteil von lediglich 32,38 Prozent angezeigt.

Danach war Meyer Burger in die Verlängerung gegangen, die am 22. Juni endete. Am kommenden Dienstag soll der endgültige Stand der Beteiligung veröffentlicht werden. Als Ziel hatte Meyer-Burger-Chef Peter Pauli 50 Prozent plus eine Stimme ausgegeben und im Reuters-Interview erklärt, „auf keinen Fall“ seine Offerte von 22 Euro je Aktie aufzustocken. Insgesamt will er sich die Übernahme rund 350 Millionen Euro kosten lassen.

Die Gründerfamilien um Dietmar Roth hatten bereits bei Bekanntwerden der Übernahmepläne im April ihre Anteile von insgesamt 11,3 Prozent Meyer Burger angedient. Ebenso sicherte Großaktionär OTB seine gesamte Beteiligung von 6,34 Prozent zu. Damit schien die Übernahme zunächst ein leichtes Spiel zu sein.

Kurzfristig kam jedoch Meyer Burger der Schwarzwälder Solar-Unternehmer Gutekunst in die Quere. Er war im März bei dem sächsischen Solar-Maschinenbauer eingestiegen und stockte nach der Offerte der Schweizer seinen Anteil immer weiter auf. Als Begründung hieß es aus Unternehmenskreisen, Gutekunst wolle mit seiner Beteiligung die seit Jahren bestehende gute Kooperation - auch bei Forschung und Entwicklung - untermauern.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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