Übernahme von Scania
MAN ignoriert VW-Blockade

Der MAN-Konzern lässt sich beim Versuch, den schwedischen Konkurrenten Scania zu übernehmen, vom Widerstand des Scania-Großaktionärs Volkswagen nicht beirren. Denn so klar das Nein aus Wolfsburg auch ist, VW-Chef Pischetsrieder kann sich der Übernahme kaum entgegenstellen. Es geht offenbar nur um die Konditionen.

cha/hz/hst MÜNCHEN. „Unser Angebot steht. Wir suchen weiter die Zustimmung der Aktionäre“, sagte am Dienstag ein MAN-Sprecher. Aus Industriekreisen verlautete, MAN könne den Deal möglicherweise auch ohne VW zum Erfolg führen.

Mit der Scania-Übernahme will MAN zum größten LKW- und Bushersteller Europas aufsteigen. am Dienstag versuchte MAN-Chef Håkan Samuelsson in Frankfurt, Investorenkreise von dem Deal zu überzeugen, am heutigen Mittwoch spricht er in München.

VW-Chef Bernd Pischetsrieder hatte zuvor das Angebot von MAN klar zurückgewiesen. Volkswagen hält als größter Scania-Aktionär 18,7 Prozent der so genannten A-Aktien, die dem Autokonzern 34 Prozent der Stimmrechte gewähren. Das Angebot von MAN, ein Mix aus Barabfindung und MAN-Aktien, macht zwischen A- und B-Aktien, die einfaches Stimmrecht gewähren, bislang keinen Unterschied. „Niemand kann mir erklären, warum ich eine A-Aktie zum gleichen Preis wie eine B-Aktie verkaufen soll“, hatte Pischetsrieder der „Financial Times“ gesagt. Pischetsrieder empfahl MAN, das Angebot zurückzuziehen und das direkte Gespräch mit den Großaktionären VW und der schwedischen Investorgruppe zu suchen.

Allerdings hatte der VW-Vorstandschef die industrielle Logik des MAN-Vorstoßes unterstützt – sehr zur Freude der Münchener. Industriekreise gehen deshalb davon aus, dass es Pischetsrieder darum geht, sich einen möglichst hohen Einfluss auf die neue MAN zu sichern. Der Investor wolle hingegen einen möglichst guten Preis erzielen.

Pischetsrieder denkt offenbar an eine große industrielle Lösung MAN-Scania-VW. Er erwägt, die Sparte der schweren LKWs, die VW nur in Brasilien baut, in das neue Unternehmen einzubringen, um so den Einfluss beim neuen Truckriesen auszuweiten. Mit einem Umsatz von 7,3 Mrd. Euro im vergangenen Jahr ist die VW-Sparte nur wenig kleiner als die schwedische Scania, die jedoch deutlich besser verdient als VW. Volkswagen hat mit den in Brasilien gebauten LKWs nach Meinung von VW-Nutzfahrzeugchef Bernd Wiedemann das „ideale Produkt zur Eroberung der Schwellenmärkte“.

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