Übernahme von Schering
Bayer türmt Schuldenberg auf

Der Leverkusener Bayer-Konzern hat zur Finanzierung der Schering-Übernahme die Börse angezapft. Die Kapitalerhöhung alleine reicht aber bei weitem nicht aus, um den Kauf zu finanzieren. Das Unternehmen musste Schulden machen - und das nicht zu knapp. Die Ratingagenturen denken schon über eine Herabstufung nach.

FRANKFURT. Wie Bayer am Donnerstag mitteilte, platzierte das Unternehmen 34 Mill. neue Aktien zum Preis von 34,75 Euro. Nach Angaben aus Finanzkreisen griffen vor allem institutionelle Investoren aus Großbritannien und den USA zu, während sich deutsche Großanleger zurückhielten.

Mit der Kapitalerhöhung erlöst der Konzern 1,18 Mrd. Euro. Obwohl die Emission nicht unerwartet kam und etwas niedriger ausfiel als angekündigt, belastete sie den Aktienkurs. Bayer war mit einem Abschlag von rund 1 Prozent Tagesverlierer im Dax.

Im April hatte Bayer bereits eine Pflichtwandelanleihe über 2,3 Mrd. Euro begeben. Damit hat der Konzern 3,48 Mrd. Euro an Eigenmitteln angeworben, um die größte Übernahme der Firmengeschichte zu stemmen. Zusammen mit bereits vorhandenen Barmitteln von 3 Mrd. Euro deckt der Zufluss knapp 40 Prozent des 16,9 Mrd. Euro teuren Kaufs.

"Aus Kreditsicht fällt die Kapitalerhöhung kaum ins Gewicht", sagte Olaf Tölke, Analyst bei der Ratingagentur Standard & Poor?s (S&P) dem Handelsblatt. "Für eine Bewertung mit ,A? treibt die Übernahme die Verschuldung zu sehr in die Höhe." S&P wird in den nächsten Tagen über eine Herunterstufung beraten. Auch die Ratingagentur Moody?s überprüft derzeit die Bonitätsbewertung der Leverkusener.

Zwar wird der Anteil der von Credit Suisse und Citigroup zur Verfügung gestellten Fremdfinanzierung zurückgehen, wenn das Geld für die an Siemens verkaufte Bayer Diagnostic fließt und Käufer für die Chemie-Töchter HC Stark und Wolff Walsrode gefunden sind.

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