Übernahme von Schering
Bayer verklagt Merck

Die Tonart im Ringen um den Berliner Pharmakonzern Schering wird schärfer. Bayer hat vor einem US-Gericht Klage gegen seinen Rivalen Merck erhoben. Vielleicht ist es die letzte Chance für die Leverkusener, die Übernahme Scherings noch zu retten. Denn während Merck immer mehr Anteile kontrolliert, verliert Bayer dramatisch an Einfluss.

HB BERLIN/NEW YORK. In der Klage vor dem US-Bezirksgericht in New York, die am Dienstagabend bekannt geworden ist, beschuldigt der Leverkusener Konzern seinen Darmstädter Konkurrenten, die Schering-Übernahme auf illegale Weise verhindern zu wollen. Merck versuche, ausreichend Schering-Aktien aufzukaufen, um das 16,3-Milliarden-Euro-Angebot Bayers für die Berliner platzen zu lassen.

Zugleich betreibe Merck verdeckt selbst die Vorlage eines Angebots, was einen Verstoß gegen US-Recht bedeute. Merck habe bewusst die Offenlegung von Informationen bezüglich seiner Zukäufe von Schering-Aktien verzögert und wesentliche Details ausgelassen. Die Vorgehensweise Mercks habe dazu geführt, dass das Unternehmen bedeutende Anteile von Schering-Aktien zu künstlich niedrigen Preisen habe kaufen können, heißt es in der Klage weiter. Schering-Aktionären sei damit die Möglichkeit genommen worden, ihre Papiere zu höheren Preisen zu verkaufen.

Bayer verlangt, dass Merck für die Aktien, die das Unternehmen in dem beanstandeten Zeitraum erworben hat, kein Stimmrecht erhält und sich von diesen Aktien wieder trennen muss. Darüber hinaus verlangt Bayer Strafzahlungen. Der Klage zufolge betrifft der Fall die US-Gerichte, da 19 Prozent der Schering-Aktien von US-Investoren gehalten würden. Von Merck lag zunächst keine Stellungnahme vor.

Bayer hatte zuletzt ausdrücklich nicht mehr ausgeschlossen, Schering-Aktien auch zu einem Preis zu erwerben, der über den im Übernahmeangebot vorgesehenen 86 Euro liegt. Die Schering-Übernahme würde sich damit für Bayer spürbar verteuern. Mit seinem Kurswechsel versuchte das Unternehmen verlorenen Boden gut zu machen.

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