Übernahme von Schering
Wella – eine Blaupause für Merck?

Beim Tauziehen um den Wettbewerber Schering orientiert sich Merck-Chef Michael Römer offenbar an einem Vorbild aus nächster Nachbarschaft. Wie man als vermeintlich unterlegener Bieter beim Übernahmepoker trotzdem kräftig Kasse machen kann, konnte der Darmstädter Pharmakonzern 2003 miterleben: beim ortsansässigen Kosmetikhersteller Wella.

DÜSSELDORF. Um Wella hatten sich damals sowohl Henkel wie auch der US-Rivale Procter & Gamble (P&G) bemüht. Gelingt es Römer, die Strategie des damals augenscheinlich chancenlosen Wella-Bieters Henkel zu wiederholen, winkt seinem Konzern ein stattlicher Spekulationsgewinn.

Die Parallelen sind frappierend. Ähnlich wie Merck bei Schering, so hatte sich auch Henkel beim Versuch, Wella zu übernehmen, zunächst eine Abfuhr geholt. 2002 war Henkel-Chef Ulrich Lehner bei den Mehrheitsaktionären des Shampoo-Herstellers abgeblitzt, weil ihnen die Offerte zu dürftig erschien.

Und wie jetzt bei Schering, wo Bayer den Kaufpreis von Merck übertrumpfte, fand sich damals für den Darmstädter Haarkosmetik-Konzern bald ein weiterer Interessent. Der amerikanische Wettbewerber P&G werde mit einem aufgestockten Gegenangebot nach Wella greifen, hieß es schon kurz nach den erfolglosen Henkel-Sondierungen an der Börse.

Doch Lehner blieb nicht untätig. Nur wenige Tage bevor P&G sein Angebot für Wella veröffentlichte, kaufte sich Henkel bei dem Darmstädter Kosmetikspezialisten ein. Mit einem Anteil von 4,99 Prozent an Wellas Stammaktien und 10,38 Prozent an den Vorzügen erwarben die Düsseldorfer genügend Wertpapiere, um nicht von den Amerikanern durch ein Squeeze-out aus dem Konzern gedrängt werden zu können. Schließlich benötigen Großaktionäre für einen solchen Schritt eine Aktienmehrheit von 95 Prozent.

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