Übernahme von Scottish & Newcastle
Carlsberg und Heineken stocken Milliarden-Offerte auf

Die beiden Brauereigiganten Carlsberg und Heineken haben ihre milliardenschwere Offerte für den Rivalen Scottish & Newcastle (S&N) um rund vier Prozent aufgestockt. Damit konnten sie jedoch die letzte große unabhängige Brauerei Großbritanniens mit Marken wie Kronenbourg und Foster's nicht umstimmen.

HB LONDON. S&N lehnte auch das neue Angebot postwendend als zu niedrig ab. Carlsberg und Heineken bieten nach Angaben vom Donnerstag nun 750 Pence pro Aktie nach bislang 720 Pence und taxieren damit den Wert von S&N auf 7,3 Milliarden Pfund (10,2 Milliarden Euro). S&N hatte bereits im Oktober das erste Angebot der beiden Konkurrenten als zu niedrig abgelehnt.

Sollte die Übernahme zustande kommen, will sich der dänische Carlsberg-Konzern die S&N-Geschäfte in Frankreich und Dänemark einverleiben. Er hat jedoch vor allem die osteuropäische Baltic Beverages Holding (BBH) im Blick: Diese ist ein Joint Venture zwischen Carlsberg und S&N und kontrolliert die größte russische Brauerei Baltika. Russland ist der drittgrößte Biermarkt der Welt. Der niederländische Konkurrent Heineken könnte stattdessen im Heimatmarkt von S&N und anderen europäischen Ländern zum Zuge kommen.

Börsianer spekulierten bereits auf eine weitere Aufstockung des Angebots: Die S&N-Aktie kostete am Nachmittag in London 762 Pence und notierte damit über der aufgebesserten Offerte.

Die in Edinburgh beheimatete Großbrauerei erklärte am Donnerstag, sie lehne das "völlig unzureichende Angebot“ ohne Zögern ab, da es die einzigartigen Stärken und Marktpositionen von S&N viel zu gering bewerte. Carlsberg und Heineken beharrten dagegen darauf, dass das neue Angebot den Wert von S&N als unabhängiges Unternehmen bereits deutlich übertreffe. Branchenexperten halten es jedoch wie die Börsianer durchaus für möglich, dass Carlsberg und Heineken – weltweit die Nummer vier und fünf – noch einmal nachlegen.

Ob sich der weltweit zweitgrößte Brauer SABMiller möglicherweise auch noch in die Übernahmeschlacht einschaltet, um seine schwache Position in Russland zu stärken, blieb am Donnerstag weiter unklar. SAB Miller bezeichnete Russland bei der Vorlage seiner Geschäftszahlen zwar als einen der spannendsten Märkte der Welt. Der Konzern wollte jedoch nicht verraten, ob er Interesse an den russischen Geschäften von S&N hat.

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