Übernahme von TRW Automotive ZF Friedrichshafen will am ganz großen Rad drehen

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„Mutig, aber richtig“

Gemeinsam hätten ZF und TRW auch eine Produktpalette, die zukunftsfähig wäre. ZF ist derzeit stark bei Antriebstechnik und Fahrwerken, über TRW kämen Technologien von Airbags bis hin zu Aufprallsensoren hinzu. Technik, die bei modernen Sicherheitssystemen unerlässlich ist – und auch beim großen Trend zum vernetzten Fahren eine Schlüsselrolle spielt. Bei Scheibenbremssystemen, elektrischen Lenksystemen und Sicherheitsgurten ist TRW Automotive sogar Weltmarktführer.

Mit der Übernahme kommt ZF dem erklärten Ziel, künftig 800 Millionen Euro pro Jahr mit Elektronik umzusetzen, deutlich näher. Denn das Geschäft mit vernetzten Fahrzeugen, die Vision des autonomen Fahrzeugs, verspricht neues Wachstum. Der größte Konkurrent Bosch macht heute schon mit Fahrassistenzsystemen einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro. „Mit dem, was ZF und TRW jeweils mitbringen, würden sie die notwendige Dynamik unter einem Dach haben, um ein voll automatisiertes Fahrzeug herzustellen“, sagte Analyst Richard Hilgert von Morningstar der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Was die Hersteller pro Auto verdienen – oder verlieren
Sportlich und erfolgreich
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Ford (Europa) – minus 891 Euro

Der US-Autobauer Ford hat in seinem Europageschäft (im Bild der Ford Fiesta ST) mit hohen Verlusten zu kämpfen. Pro verkauftem Neuwagen aus Europa machte Ford im Gesamtjahr 2013 einen Verlust von 891 Euro – so viel wie kein anderer Massenhersteller. Die Ebit-Marge (Gewinn vor Zinsen und Steuern) lag bei minus 5,8 Prozent.

Das CAR-Institut der Universität Duisburg-Essen unter Professor Ferdinand Dudenhöffer hat untersucht, wie profitabel die Automobilkonzerne sind. Berechnet wurden dabei die Gewinne vor Zinsen und Steuern (Ebit) für die reine Automobilsparte. Zulieferaktivitäten oder andere Geschäftsfelder wie Motorräder, Bank- und Immobiliengeschäfte blieben dabei unberücksichtigt.

Produktion Opel Adam
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GM Europa (Opel, Vauxhall) – minus 607 Euro

In seinem Europageschäft hat General Motors (GM) nach wie vor Probleme: Doch die Marken Opel (im Bild der Adam) und Vauxhall laufen trotz roter Zahlen wieder deutlich besser. Im Gesamtjahr fällt das Minus mit 607 Euro allerdings deutlich geringer aus als im Vorjahr (1.341 Euro). Die Ebit-Marge pro Fahrzeug liegt bei minus 4,2 Prozent.

A customer walks past a Peugeot car at a dealership in Marseille
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Peugeot-Citroën (PSA) – minus 370 Euro

Erstmals in 118 Jahren Unternehmensgeschichte hat die Familie Peugeot ihre Macht abgegeben. Neuer Partner der Franzosen: der chinesische Autoriese Dongfeng. Eindämmen konnte auch Peugeot-Citroën seinen Verlust pro verkauftem Fahrzeug. Nach 510 Euro im vergangenen Jahr beträgt das Minus nun 370 Euro. Die Ebit-Marge liegt bei minus 2,9 Prozent.

82nd Geneva International Motor Show
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Seat – minus 331 Euro

Die VW-Tochter dämmt ihren Verlust pro verkauftem Auto ebenfalls ein. Im Jahr 2013 beträgt das Minus bei Seat (im Bild der Ibiza SC) noch 331 Euro – nach durchschnittlich 364 Euro in 2012. Die Ebit-Marge liegt bei minus 2,4 Prozent.

An employee inspects a Renault Clio 3 at the Renault automobile factory in Flins
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Renault – minus 283 Euro

Die Franzosen machen mit jedem verkauftem Auto durchschnittlich 283 Euro Verlust. Doch runderneuerte Massenmodelle wie der Clio (im Bild) oder der Twingo sollen auch die Franzosen wieder in die schwarzen Zahlen bringen. Im Jahr 2012 lag die Ebit-Marge noch bei minus 1,9 Prozent.

A model poses beside a Fiat 500 GQ displayed on the company's booth during the first media day of the Geneva Auto Show at the Palexpo in Geneva
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Fiat – minus 224 Euro

Die Italiener leiden besonders unter der schwachen Nachfrage in Europa, die durchschnittlichen Verluste pro Fahrzeug legen weiter zu auf 224 Euro (2012: 77 Euro). Die Ebit-Marge liegt bei minus 1,5 Prozent. Rechnet man die Zuliefersparte und Ferrari-Maserati mit ein, kann Fiat (im Bild der Fiat 500 GQ) im Gesamtjahr aber ein positives Ergebnis erzielen.

huGO-BildID: 30117647 Hostesses pose with the new Skoda Octavia displayed in World premiere at the Geneva International Motor Show on March 5, 2013 w
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Skoda – plus 567 Euro

Kein Autohersteller hat in absoluten Zahlen so viel Profit pro Auto eingebüßt wie die osteuropäische VW-Tochter. Mit einem Gewinn von durchschnittlich 567 Euro pro verkauftem Wagen landen Skoda aber immer noch locker in den schwarzen Zahlen. Die Ebit-Marge von Skoda (im Bild der Skoda Octavia) ist mit 5,1 Prozent sehr ordentlich.

Damit hätte ZF die Technologie, um besonders stark am Wachstum der Branche insgesamt zu profitieren. In einer Studie aus dem Jahr 2013 prognostizieren die Unternehmensberater McKinsey, dass der weltweite Markt im Automobilzuliefergeschäft bis 2020 auf bis zu zwei Billionen Euro anwachsen könnte. Schon heute profitieren die europäischen Zulieferer laut der Studie überdurchschnittlich und legten im Schnitt um 6,4 Prozent im Jahr vor. Bei der Rendite liegen derzeit noch die asiatischen Konkurrenten vorne. Durch die neue Größe könnte nun auch die Forschung und Entwicklung gemeinsam und damit günstiger gestaltet werden.

Auch andere Marktbeobachter beurteilen eine Übernahme als klugen Schachzug. ZF Friedrichshafen gelte als finanziell solide, sagt Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. Er könne sich nicht vorstellen, dass das Vorhaben mit heißer Nadel gestrickt sei. „Der Schritt wäre mutig, aber absolut richtig“, so Pieper.

Kommt das Geschäft zustande, liegt die größte Herausforderung nach Einschätzung von Stefan Bratzel von der Hochschule Bergisch Gladbach in der Integration der beiden Firmen. „Ich glaube, das kann gelingen“, sagt Bratzel. „ZF-Chef Stefan Sommer hat gute Arbeit in den letzten Jahren geleistet.“

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